Die Oberliga-Basketballer des VfL Kalbe/Milde haben nach ihrem Titelgewinn im Vorjahr eine echte Seuchen-Saison 2014/2015 hinter sich. Am Ende verpasste das Team um Spielertrainer Harald Lotsch sogar noch die Playoffs. Kurzum: Es war keine gute Saison des VfL.

Kalbe/Milde l Kürzlich feierte der Hallesche SC 96 den Gewinn der Basketball-Landesmeisterschaft 2015 und löste damit Titelverteidiger VfL Kalbe/Milde auf dem Thron ab. Dieser Fakt allein stürzt die Mildestädter nun nicht wirklich in ein Tal der Tränen. Einen Titel zu verteidigen, ist in dieser Liga nicht ganz so einfach. Doch was der abgelöste Landesmeister von der Milde - vor allem in der Rückrunde - ablieferte, sollte schon zu denken geben.

Anfang 2015 grüßt der VfL von der Spitze

Als Landessieger in die Spielzeit gestartet, formulierte der VfL das erneute Erreichen der Playoffs als klare Zielstellung. "Das muss als amtierender Landesmeister schon unser Anspruch sein", hieß es von VfL-Spielertrainer Harald Lotsch noch vor der Saison. Ein halbes Jahr später zog allerdings Ernüchterung in die Sporthalle an der Feldstraße ein. Die Mildestädter haben nach einer miserablen Rückrunde, argen personellen Problemen und teilweise auch keinen guten spielerischen Leistungen die Playoffs verpasst und retteten sich nur aufgrund der ordentlichen Hinrunde auf den sechsten Platz.

Dabei sah es selbst zu Beginn der Rückrunde und des Jahres 2015 noch mehr als gut aus. Nach dem Erfolg gegen den späteren Landesmeister in eigener Halle (80:77) und damit fünf Siegen in Serie grüßte der VfL sogar noch von der Tabellenspitze und lag voll im Soll.

Doch dann nahm das Unheil seinen Lauf. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass das bereits der letzte Saisonerfolg für die Mildestädter sein sollte. Fortan hatte man mit argen personellen Problemen zu kämpfen. Allerdings war die Personallage seit Beginn der Saison nicht immer einfach. Neuzugang Wojchiech Gorski, der sicher durchaus als Gewinn für die Mannschaft bezeichnet werden darf, wirkte nur sporadisch mit. Auch Christian Mehlicke (Studium in Berlin), Konrad Drüsedau (Beruf), Jan Lohse (verletzt) und auch Michael Berck (Beruf) standen nur unregelmäßig zur Verfügung. Hinzu kamen Verletzungen von Center Eric Lange und auch Spielertrainer Harald Lotsch, die gerade zum Ende der Saison schwer wogen.

Und die Stimmung wurde nach der Niederlagenserie auch immer schlechter. "Wenn man sechs Spiele in Serie verliert, dann hat man einen richtigen Hals. Mir persönlich geht das richtig auf den Zeiger", so Manuel Gericke nach der Heimniederlage gegen Justabs Halle kurz vor dem Saisonende.

"Naja, bis zur Mitte war es eigentlich eine gute Saison. Dass es sich dann noch so entwickeln sollte, hatten wir trotz aller Probleme nicht gedacht. Uns ist dann der Mangel an Training und Personal mächtig auf den Kopf gefallen. Gut war auch, dass wir den Klassenerhalt ziemlich frühzeitig in der Tasche hatten. Allerdings bleibt natürlich ein negativer Beigeschmack hängen, da wir eben mit einer mächtigen Niederlagenserie aus der Saison gegangen sind", so das Fazit von Coach Harald Lotsch.

Allerdings nehmen die Kalbenser in der kommenden Saison einen neuen Anlauf. "Wir werden unsere Heimspiele dann wahrscheinlich an Sonntagen austragen, das scheint personell besser zu passen", blickt der Spielertrainer voraus.