Die Landesoberliga-Volleyballer des Burger VC 99 haben gestern ihr Heimspiel mit 2:3 (-20, 22, 31, -24, -8) an die Anhalt-Volleys abgegeben. Der neuen Punkteregel zum Dank verblieb immerhin ein Zähler in der Stadt der Türme. Dort war man sich aber alles andere als sicher, ob dies ein Grund zur Freude war oder nicht.

Burg l Was war zuerst da - Ei oder Henne? Ebenso wenig wie sich wohl abschließend klären lässt, was von beiden vorzeitiger in das Weltgeschehen trat, steht in jüngerer Zeit auch häufig nach den Heimspielen des BVC 99 ein großes Mysterium im Raum: Wer treibt eigentlich wen an - die Fans das Team oder umgekehrt? Fakt ist: Sobald es auf dem Spielfeld gut für die Burger läuft, springt der Funke aufs Publikum über. Der gestrige Sonntag bot in dieser Hinsicht wieder viel Anschauungsunterricht, etwa nachdem sich die Gastgeber im zweiten Durchgang nach 3:7-Rückstand über das 11:11 und 20:16 zum 25:22-Satzgewinn herankämpften und absetzten. Plötzlich war auch die Kulisse da; sie übertönte sogar selbstbewusste Gäste und blieb bis in die Verlängerung des Folgedurchgangs durchgehend lautstark.

Derart nach vorn gepeitscht, hielten die Gastgeber auch der anschließende Nervenprobe stand. Bis in die Verlängerung hinein konnte sich kein Team absetzen, ehe Burger Risikobereitschaft mit dem 33:31 belohnt wurde. Klar, dass es niemanden mehr auf seinem Platz hielt und sich die Sporthalle Burg-Süd nicht nur ob des tagelangen Durchheizens in einen wahren Glutofen verwandelte. Auch der vierte Satz verlief ähnlich: Meist legten die Dessauer vor, doch der BVC 99 hielt bis zum 23:23 dagegen. "Es entwickelt sich irgendwie zu einem festen Ritual bei uns. Wenn es eng zugeht, zeigen wir höchste Konzentration in allen Elementen", lobte Trainerin Jessyka Postolla. Doch ebenso wie man bei ihrem Team die nötige Spannung vermisst, wenn ein Rückstand erst einmal aufgeholt und der Ballast abgelegt ist, regulierte sich nun auch die Stimmung in der Halle wieder auf Kühlschrank-Niveau herunter. Dort befand sie sich nach dem 24:26-Satzverlust ebenso wie zum Auftakt der Partie.

Denn obwohl der Gegner unmittelbar nach dem ersten Aufschlag in der Annahme und am Netz reichlich Angriffsfläche bot, verschliefen die Burger die Startphase völlig. Postolla erschienen einige Fragezeichen, als "ich dachte: Wer von beiden liegt hier am Sonntagnachmittag eigentlich noch im Bett?" Die ersten 45 Punkte lang schlummerte ihr Sechser tief und fest, rappelte sich wie beschrieben anschließend hoch und sank im Tie-Break doch wieder hernieder. Konterte der Gastgeber das 1:6 zunächst zum 4:6, war spätestens nach dem 7:13 die Gegenwehr gebrochen und der Zusatzpunkt ging an die Gäste. "Vor dem Spiel haben wir uns gesagt, dass wir locker und befreit aufspielen können. Mittendrin waren die zwei oder sogar drei Zähler dann aber greifbar und wären uns lieber gewesen als der eine Punkt", fasste die Trainerin zusammen.

Burger VC 99: A. Behr, S. Behr, Lambrecht, Kliefoth, Blum, Räcke, Pukall, Sawatzki, Müller

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