Die Beigeisterung ist auch in der dritten Auflage ungebrochen: Das Winterferiencamp des SV Eintracht Gommern erfreute sich in der zurückliegenden Woche einmal mehr großer Beliebtheit beim Handball-Nachwuchs aus der Ehlestadt. Drei Tage lang waren die 23 Jungen und Mädchen mit viel Ehrgeiz und Disziplin bei der Sache - dennoch kam natürlich auch der Spaß nicht zu kurz.

Gommern l Wenn diese Knie sprechen könnten, sie hätten am Mittwochnachmittag eine ganze Menge zu erzählen gehabt. Viel über die drei Tage im Handball-Wintercamp des SV Eintracht und wohl noch viel mehr über ihren Besitzer: Finley Weigel. Da das Statement jedoch rein visueller Natur blieb, übernahmen das Reden andere. Etwa Hans-Joachim Gnensch, einer der Camp-Initiatoren und -Übungsleiter: "Es ist sagenhaft, wie sehr Finley bei der Sache ist, sich anstrengt und bei jeder Übung Vollgas gibt." Das Wortspiel ist angesichts der abgeschürften Beingelenke natürlich geschenkt - Finley und die übrigen 22 Teilnehmer haben sich richtig reingekniet.

Einsatz wurde groß geschrieben, doch natürlich spielte der Spaß die Hauptrolle. Dafür sorgte etwa die Mini-EM, die über zwei Tage hinweg ausgespielt wurde und bei der die Jungen und Mädchen in die Rollen der Vorbilder aus Frankreich oder Spanien schlüpfen - die deutsche Auswahl hatte die Spiele in Dänemark bekanntlich am heimischen Fernseher mitverfolgen müssen.

Ein Hauch von Olympia

Auf dem Ablaufplan tauchte jedoch auch eine echte Neuerung auf, die selbst jenen unbekannt war, die bereits mehrfach an den Feriencamps des SVE teilgenommen hatten. Unter dem Stichwort "Olympische Winterspiele" standen tatsächlich Wettbewerbe wie Biathlon, Skisprung oder Abfahrtslauf. Doch statt sich bei Tauwetter die halsbrecherischen Hänge am Gommeraner Kulk herabzustürzen oder womöglich noch mit einem echten Luftdruckgewehr anzulegen, galt es, in der Sporthalle einen Hindernisparcours zu absolvieren, mit dem Ball auf Kegel zu zielen oder auf dem Rollbrett zu "rodeln". David Koch, ebenfalls einer der ehrenamtlichen Camp-Leiter klärte auf: "Wir versuchen immer, einen aktuellen Bezug zu finden, die Dinge unter ein bestimmtes Motto zu stellen. Da hat sich in diesen Tagen natürlich Olympia angeboten."

Wer nämlich vermutete, das Camp wäre ganz dem Handball untergeordnet, lag falsch. Zwar geht die Mehrzahl der Teilnehmer bereits in den Jugendteams der Eintracht auf Torejagd, doch im Mittelpunkt stand nicht der spezifische Drill an der kleineren Lederkugel. "Es geht in erster Linie darum, allgemeine Bewegungsabläufe und Koordination zu schulen. Daher kommen auch Elemente wie Basketball oder Hockey zum Einsatz. Außerdem wollen wir, dass die Kinder auch während der Ferienzeit sportlich aktiv sind. Hier in der Halle sind sie besser aufgehoben als zuhause vor dem Fernseher", machte Koch deutlich.

Dort hätten sie nämlich am abschließenden Tag den "Stargast" der diesjährigen Auflage verpasst. Pünktlich zum Duell der jungen Handballer gegen die Übungsleiter tauchte mit Bennet Wiegert ein Ex-Bundesligaspieler des SC Magdeburg und einer der wohl bekanntesten Einwohner Gommerns in der Sporthalle am Europagymasium auf. Die Zeit war knapp bemessen - angesichts der vielfältigen Verpflichtungen als SCM-Jugendkoordinator, Coach des Ausbildungs- und Reserveteams, Co-Trainer der ersten Mannschaft und nicht zuletzt als Familienvater wenig verwunderlich - doch zwei Halbzeiten lang stellte "Benno" seine Qualitäten unter Beweis. Angeführt vom prominenten Torhüter, zog sich der Nachwuchs beim 15:15-Remis mehr als achtbar aus der Affäre. "Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass ich gern mit den Leuten in Gommern zusammenarbeite. Wenn man dann jungen Leuten das ermöglichen kann, was einem selbst auf dem Weg zum Handballprofi ermöglicht wurde - umso besser", schilderte Wiegert.

Unmittelbar nach den drei spaßigen und abwechslungsreichen Tagen begannen auch schon wieder die Planungen für die Sommer-Variante. An einem noch offenen Termin in den Ferien soll das Camp wieder mit einigen Überraschungen aufwarten - vielleicht auch wieder mit einem Besuch von Bennet Wiegert. Dieser hat nämlich bei seiner Stippvisite so richtig Appetit bekommen: "Auch nach der aktiven Karriere bewege ich mich immer noch gern. So eine spaßige Sache - noch dazu angesichts der kurzen Wege in Gommern - sehe ich quasi wie eine Art persönliche Verpflichtung."

 

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