Haßbargen gegen Grafenhorst, Güsener HC gegen SV Wacker 09 Wester- egeln: Das Spitzenspiel des 15. Spieltages in der Handball-Verbandsliga glich am Sonnabend einem Familienduell. Am Ende hatten die Gäste die Nase mit 36:24 (17:13) vorn. Auch weil der GHC seine Schwierigkeiten mit den Unparteiischen hatte.

Güsen l Bernd Bretschneider war auch weit nach dem Abpfiff immer noch "sprachlos aufgrund der schlechtesten Schiedsrichterleistung der ganzen Saison". Dem GHC-Coach stießen dabei einige Entscheidungen sauer auf. "Westeregeln war heute besser, dennoch waren meine Spieler durch die ganzen Strafen, die nur zum Teil berechtigt waren, völlig verunsichert." In Zahlen ausgedrückt, standen acht Güsener Zeitstrafen keiner Hinausstellung bei den Gästen gegenüber, zwei rote Karten setzte es obendrein.

Das Spiel Dritter gegen Zweiter begann allerdings aus neutraler Sicht äußerst unterhaltsam und ohne lange Abtastphase. Beide Torhüter hatten von Beginn an die Chance, sich durch Paraden auszuzeichnen und ließen diese auch nicht ungenutzt. Doch Westeregeln ging mit den herausgespielten Chancen ein wenig besser um, auch wenn André Teske im Tor der Gastgeber einen guten Tag hatte. Angeführt vom fulminanten Clemens Grafenhorst, der am Ende auf 19 Tore - darunter fünf Siebenmeter - kam, erspielten sich die Gäste einen Drei-Tore-Vorsprung zum 4:1 (6.).

Der GHC kämpfte sich jedoch wieder heran und brachte seine schärfste Waffe ins Spiel: den unermüdlichen Christian Haßbargen. So sah sich Gästecoach Yves Grafenhorst beim Stand von 5:4 in der zwölften Minute gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Über die Zwischenstände 6:6, 7:6 und 7:7 ging es jedoch zunächst nach ähnlichem Muster weiter. "Die ersten zehn Minuten haben wir gut mitgehalten. Die Abwehr stand, nur vorn haben wir unsere Chancen etwas zu leichtfertig vergeben", haderte Bretschneider.

Unmut machte sich bei ihm zudem über die kleinliche Linie des Gespanns Köhler/Heck (Oschersleben) breit. Das Duo machte schon in der Anfangsphase deutlich, dass es sich auf keine Diskussionen einlassen würde. GHC-Mittelmann Kevin Haßbargen bekam dies als Erster zu spüren, wurde früh das erste Mal für zwei Minuten zum Abkühlen geschickt (7).

Wacker nutzte die steigende Frustration der Gastgeber und setzte sich zum 11:7 ab. Kevin Haßbargen brummte derweil seine zweite Zeitstrafe ab, in den Augen Bretschneiders eine übertriebene Entscheidung: "Wir haben den Faden verloren. Das kreide ich aber auch den Schiedsrichtern an, die keinen klaren Kopf behalten haben." Der Ton an der Seitenlinie wurde rauer und auch auf dem Feld wurde es zunehmend ruppiger. Kurz darauf parierte Wacker-Torhüter Robin Salm zwei freie Würfe in Folge und bescherte der GHC-Seele einen weiteren, möglicherweise entscheidenden Knacks.

Zehn Minuten nach Wiederbeginn war das Spiel dann endgültig aus Gastgebersicht gelaufen. Güsen spielte in doppelter Unterzahl, Kevin Haßbargen erlebte die restliche Zeit nach der dritten Hinausstellung von der Tribüne aus und der Tabellenzweite baute den Vorsprung auf acht Tore aus (24:16).

Güsener HC: Bretschneider, Teske - K. Haßbargen (2), Schulz (4), Naggies, Lehnau (1), Hoffmann (1), Steinbrecher, Garbrecht, C. Haßbargen (12), Schwab (1), Mache (3), Salomon (1)

Siebenmeter: GHC 3/3 - Wacker 5/5; Zeitstrafen: GHC 8 - Wacker 0; Rot: Kevin Haßbargen (40.,3x2 Minuten), Chris Hoffmann (58., 3x2 Minuten) -GHC