Der sportlichen Höhepunkte des Jahres sorgt bei den Landesliga-Fußballern des Burger BC 08 zugleich für großes Kopfzerbrechen. Im Halbfinale des Landespokals wartet wahrscheinlich ein Duell gegen Drittligist Hallescher FC. So attraktiv das Los scheint, ist es mit Blick auf die Sicherheitslage umso problematischer.

Burg l Vielleicht kommt am Ende doch alles anders. Wer kann schon mit Bestimmtheit sagen, dass der HFC die noch zu terminierende Viertelfinalhürde beim Magdeburger SV Preussen (Verbandsliga) in jedem Fall überspringt? Vielleicht macht man sich in Burg aber derzeit auch die richtigen, weil frühzeitigen Gedanken. Wer kann schon dafür garantieren, dass der Rahmenterminplan Ende April/Anfang Mai nicht drängt und zwischen Bestätigung über das endgültige Burger Halbfinallos und Spieltermin nur wenige Tage liegen?

Zumindest letzteres kann als Gewissheit gelten. Der Fußball-Verband Sachsen-Anhalt (FSA) verspürt bereits jetzt Zeitdruck. So beendet der HFC die Saison in der 3. Liga nach aktuellem Stand am Sonnabend, 10. Mai. Beim zweiten großen Namen im Pokal, Regionalligist 1. FC Magdeburg, liegen die Dinge aufgrund möglicher Relegationsspiele ein wenig anders. Weil die restlichen HFC-Ligaspiele jedoch erst gemäß einem Sechs-Wochen-Rhythmus in rund 14 Tagen vom DFB terminiert werden, erscheint der FSA-Pokal in diesem Jahr wie ein Spiel der Eventualitäten, wie eine Rechnung mit mehreren Unbekannten.

Verwirrung lässt sich dabei kaum vermeiden, jedoch zumindest reduzieren. Und so kamen in dieser Woche Vertreter des BBC 08, des FSA, der Stadt Burg sowie der Polizei zu einem ersten Gespräch zusammen, um die Gegebenheiten vor Ort zu inspizieren und bereits eine Ahnung davon zu bekommen, was bei einem möglichen HFC-Gastspiel in der Rolandstadt blüht. Hauptproblem bleibt die Tatsache, dass der Norden Sachsen-Anhalts als FCM-Hochburg und damit jedes HFC-Gastspiel diesseits von Köthen und Sangerhausen als "Hochrisikospiel" gilt. "Unser Bestreben ist, dass beide zur gleichen Zeit spielen", lässt Klaus Ebeling, beim FSA für den Pokal verantwortlich, durchblicken. Um die Anhänger der Blau-Weißen zu "beschäftigen", käme das Achtelfinalspiel des FCM bei der SG Union Sandersdorf infrage.

Ein Restrisiko bleibt

Doch auch für diesen Fall bleibt das nicht zu leugnende Gewaltpotential unter den HFC-Anhängern als Restrisiko. Oder die Möglichkeit, dass einige wenige "versprengte" Anhänger der Landeshauptstädter gezielt die Konfrontation mit den Fans der Rot-Weißen suchen. "Wir werden in jedem Fall mit zwei, drei Hundertschaften am Spieltag in Burg präsent sein", verspricht daher Nico Tredup von der Polizeidirektion Nord. Jedoch werden wie zu Fußballspielen üblich keine Beamten im Stadion vertreten sein. Dieses bleibt Hoheitsgebiet des BBC 08, der gegenwärtig den Kontakt zu privaten Sicherheitsunternehmen sucht. Anders als zu gewöhnlichen Ligaspielen kämen ehrenamtliche Ordner jedenfalls nicht infrage, um die Sicherheit im Parkstadion zu gewährleisten.

Im Sicherheitskonzept, das noch vom Verein vorgelegt werden muss, wird auch indirekt geregelt, wie viele Fans den HFC letztlich nach Burg begleiten. Beim Kartenkontingent für Gäste gilt die übliche Zehn-Prozent-Regel für Auswärtsspiele. Je nachdem, welche Kapazität für das BBC 08-Parkstadion festgelegt wird, ist der Gästeblock auf der Wallseite dann mit 250 bis 150 Hallensern gefüllt. In jedem Fall wird es jedoch nur Karten im Vorverkauf geben. Beim Thema Tageskassen sind sich schließlich alle Beteiligten einig: Diese scheinen derzeit noch utopischer als ein Halbfinale gegen den MSV Preussen.