Der Derby zwischen Eintracht Gommern und Eiche Biederitz, das heute um 17 Uhr angepfiffen wird, ist gleichzeitig das Spitzenspiel, denn der Erste der Handball-Verbandsliga empfängt den Vierten.

Biederitz/Gommern (ihe/fna) l Nicht nur auf Robert Kaese wartet heute Abend eine besondere Partie. Der 26-Jährige lief einst in Reihen der Biederitzer auf, inzwischen trägt er seit sechs Jahren die Gommeraner Farben. "Allerdings ist keiner mehr von damals bei Eiche aktiv", sagt er. Auf die Partie freut er sich dennoch, er ist gut mit Sören Große befreundet und lief mit René Schnetter und Robert Gottschalk in der Jugend des BSV Magdeburg auf. Gottschalk durchlief auch einige der Jugendmannschaften bei der Eintracht.

Sowohl für das Trio als auch die übrigen Aktiven und die Zuschauer ist diese Partie etwas besonderes, wenngleich Kaese, der seit zwölf Jahren Handballer ist, sagt: "In den vergangenen Duellen war im Vorfeld mehr los." Der Aufbauspieler ist mit seinem Team in der Favoritenrolle, möchte die gute Serie natürlich fortsetzen. "Aber Tabellenstände zählen in so einem Spiel nicht, jedoch es ist wichtig, dass wir gewinnen."

Bei den Biederitzern hielt Trainer Uwe Werkmeister am Freitagmittag bei seinem Ausblick nicht hinterm Berg: "Wir sind natürlich der Außenseiter." Dabei bezieht er sich in erster Linie neben dem tabellarischen Faktor auch auf die personelle Situation, die sich nach den vorzeitigen Abgängen von Jakob Berger und Sebastian Neumann (konzentriert sich auf Volleyball) von Grund auf gerade im Rückraumbereich zugespitzt hat. Im Derby wird nun zudem Abwehrspezialist Karsten Wolff mit einer Lungenentzündung fehlen. Auch der angeschlagene Alexander Enke könnte sich in die Liste der Ausfälle einreihen.

"Wir müssen klug spielen. Es muss schon alles passen, um den Gommeranern unter diesen Umständen ein Bein zustellen", meint Werkmeister und denkt da vor allem an die Chancenverwertung, aber auch an die Minimierung der zuletzt vielen einfachen Fehler sowie an eine überdurchschnittliche Torhüterleistung.

"Vielleicht gelingt es uns, die Partie bis zur 50. Minute offen zu gestalten und nicht gleich vom Start weg einem größeren Rückstand hinterherlaufen zu müssen. Natürlich spielen dann ja auch in solch einem Derby äußere Faktoren eine gewichtige Rolle", sieht Werkmeister, der sich ein faires Derby erhofft, eine schwere Aufgabe zukommen. Oder wie es Robert Kaese ausdrückt: "Ich freu mich auf das Spiel."