Nach dem 29:26-Derbysieg des SV Eintracht Gommern über den SV Eiche 05 Biederitz ist das Kräfteverhältnis an der Ehle für diese Saison geklärt. Doch während sich beim Spitzenreiter der Handball-Verbandsliga am Sonnabend Licht und Schatten abwechselten, war der Unterlegene nicht chancenlos. Er ist an sich selbst gescheitert.

Gommern l "Kugellager in den Hüften", wurden Ingolf Wiegert seinerzeit beschieden und sie sollen weiterhin Alleinstellungsmerkmal der Magdeburger Handball-Legende bleiben. Doch im Fall von Robert Gottschalk dürfte zumindest von gut geölten Scharnieren die Rede sein. Wie wild ackerte der Eiche-Kreisspieler am Sonnabend auf der Kreisposition und lieferte dabei viel Anschauungsunterricht für die Redewendung "sich gegen eine Niederlage stemmen". In der laufenden Saison kam der 26-Jährige zumeist im Rückraum zum Einsatz. Doch blieb auch dem Gegner nicht verborgen, wo Gottschalk eigentlich die größte Wirkung erzielt. "Er war Garant dafür, dass Biederitz bis zum Schluss dagegengehalten hat. Wenn ihn seine Mitspieler in Szene gesetzt hatten, folgte eigentlich immer ein Tor oder zumindest ein Siebenmeter", musste Eintracht-Coach Dirk Heinrichs neidlos anerkennen.

Gottschalk, in Jugendjahren selbst in Gommern aktiv, hätte dem Ehle-Derby ohne Frage die entscheidende Wende verleihen können. Tatsächlich erkannten die Gäste ihre Chance, viele Angriffe liefen über und endeten beim Sommer-Neuzugang. Allerdings leistete sich der SV Eiche in der Summe zu viele Ballverluste, um seine Trumpfkarte wirklich auszuspielen. "Gommern hat von unseren Fehlern im Spiel nach vorn profitiert", stellte auch Trainer Uwe Werkmeister fest. So geriet das Derby nach dem Führungswechsel beim 18:17 (38.) zu einer klaren Angelegenheit.

Der SV Eintracht profitierte dabei aber nicht nur von gegnerischen Pässen ins Nichts, sondern auch vom breiteren Kader. Deutlich wurde dies vor allem an der Aufbauposition, auf der sich neben Kapitän Robert Kaese auch Steffen Bretschneider empfahl. "Wir beginnen unsere Spiele zuletzt immer sehr diszipliniert. Wenn es dann gut für uns läuft, kehrt aber schnell der Schlendrian ein", erklärte Heinrichs. Dieser Entwicklung versuchte er am Sonnabend mit der Rochade auf der Spielmacherposition entgegenzuwirken. Ein erfolgreicher Schachzug, wie sich herausstellte, doch mit einer Einschränkung: "Zuweilen waren wir zu überheblich. Auch Robert, der per Siebenmeter scheitert, und Steffen mit ein paar vergebenen Gegenstößen beziehe ich dabei mit ein. Das sind Würfe für die Galerie, aber nichts, was uns weiterbringt", kritisierte Heinrichs. Vielleicht hing der Eintracht-Coach also auch noch etwas dem letzten Treffer der Partie nach: erzielt vom Gegner, schnörkellos verwandelt von - na klar - Robert Gottschalk.

 

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