Heute ab 17 Uhr möchte sich Verbandsligist Güsener HC für die 31:32-Derbyniederlage gegen Eiche Biederitz aus dem Hinspiel revanchieren. Dabei schleppen sich die Biederitzer Handballer wie ein wundes Tier nach Güsen, nachdem die Personalsorgen unter der Woche fast für eine Spielabsage gesorgt hätten.

Güsen/Biederitz (ahf/ihe) l "Wir treten die Fahrt ohne große Illusionen an. Entweder bekommen wir eine `Reise` oder wir können für eine große Überraschung sorgen", meint der Biederitzer Trainer Uwe Werkmeister, nachdem er am Donnerstagabend nach dem Abschlusstraining eine Mannschaft für das Derby beim Güsener HC regelrecht zusammengeschustert hatte und sich dabei sogar bei der Biederitzer Stadtligamannschaft bedienen musste. Aus seinem ohnehin äußerst übersichtlichen Kader kann Werkmeister an diesem Wochenende neben dem langzeitverletzten Sebastian Rabe auch noch die Stammkräfte Karsten Wolff und Sören Große streichen.

Während beim SVE die Personalnot immer größer wird, können die Gastgeber mit ihrem Kader von 16 Spielern auftrumpfen. Vier Siege aus den letzten fünf Spielen konnte der GHC für sich entscheiden und dabei auch in der Aufstellung rotieren. Chris Hoffmann hat seine Sperre abgesessen und darf wieder mitwirken, einzig Rico Gerlach fällt verletzungsbedingt aus.

Ein weiterer Punkt spricht für die Hausherren: "Wir haben noch eine Rechnung offen. Auf ein Derby brennen die Spieler immer besonders und wir wollen die Punkte in Güsen behalten", so GHC-Coach Bernd Bretschneider. Denn bereits im Hinspiel kämpften die Biederitzer mit dem Personalmangel. Damals musste Wolfgang Rösel, eigentlich Co-Trainer der Eiche-Reserve, für den verletzten Robert Schäfer ins Tor. Dieser vermeintliche Nachteil wurde dann aber ein Glücksgriff, da sich die Bretschneider-Schützlinge an dem 61-Jährigen die Zähne ausbissen und mit 31:32 verloren. Mittlerweile steht Andreas Wichmann im Kasten und sorgte unter anderem gegen Gommern für frustrierte Gesichter beim gegnerischen Angriff. Das Spiel gegen den Tabellenführer ging dennoch verloren, auch weil gegen Ende die Kräfte der Biederitzer nachließen. Ihre Bilanz der letzten fünf Spiele sieht deshalb etwas durchwachsener aus. Ein Unentschieden, zwei Siege und zwei Niederlagen verbuchte der SVE zuletzt.

Die Vorzeichen sind also nicht gänzlich dieselben. Die Güsener sind allerdings gewarnt und wollen eine Wiederholung der Geschichte vermeiden. "Auch eine ersatzgeschwächte Mannschaft kann groß aufspielen", so Bretschneider.

Die Mannschaft um Christian und Kevin Haßbargen ist dritte Kraft der Verbandsliga. Um dies zu bleiben, sollten allerdings auch Punkte her. Da der Übungsleiter der Gastgeber kein Freund von Spekulationen ist, fällt sein Fazit über den heutigen Gast entsprechend aus: "Eiche hat eine starke Mannschaft, die wir nicht unterschätzen. Ich kenne ihre Situation nicht. Mir ist auch egal, ob sie mit einer vollen Kapelle anreisen oder nicht."

Auch Biederitz hat sich trotz der dünnen Personaldecke intensiv mit den Hausherren auseinander gesetzt: "Wir wissen nicht nur aus dem Hinspiel, dass die Güsener viel über ihre starke Aufbaureihe kommen. Diese gilt es natürlich weit vor dem Tor zu stellen. Unsere eigenen Chancen müssen wir dagegen gnadenlos nutzen", spricht Werkmeister die entscheidenden Punkte an, die im anstehenden Derby den Ausschlag geben dürften. Zumindest Rene Schnetterer ist wieder mit dabei. Im Hinspiel erzielte er mit neun die meisten Treffer.