Wenn die Landesliga-Fußballer der TSG Calbe (10.) morgen um 15 Uhr den Burger BC 08 (2.) empfangen, kommt es auch zum Duell einstiger Weggefährten. Für Sentimentalitäten ist aber im Vorfeld kein Platz, immerhin messen beide Seiten dem Duell hohe sportliche Bedeutung bei.

Burg/Calbe l Das Telefon von Thomas Sauer hat in dieser Woche nicht häufiger geklingelt als sonst, auch musste er nur unwesentlich mehr Kurznachrichten beantworten. Die unter Sportlern weit verbreiteten Sticheleien blieben also aus. Dabei gäbe es für den TSG-Trainer gleich mehrere "Kandidaten" auf Burger Seite. Aus gemeinsamen Tagen als Aktiver und während der ersten Trainerstation bei der SG Gerwisch sind etwa Philipp Baumgartl, Mathias Herms, Sascha Krüger oder Betreuer Harald Plamp bestens vertraut. "Natürlich gibt es die gemeinsame Vergangenheit, Nettigkeiten haben wir aber im Vorfeld nicht ausgetauscht", erklärt Sauer.

Womöglich kommt es morgen ab 15 Uhr im Hegerstadion zumindest im Fall von Baumgartl und Herms auch nur zu einer Begegnung abseits des Platzes. "Der Einsatz der beiden ist fraglich. Wir versuchen zwar, sie fit zu bekommen, aber im Moment gehe ich davon aus, dass uns zwei wichtige Offensivspieler fehlen werden", berichtet BBC-Trainer Hartmut Müller über seine Sorgen.

Außer Frage steht jedoch, dass die Gäste morgen dennoch genug Qualität auf den Platz bringen dürften, um als Favorit ins Spiel zu gehen. "Wir wissen um die Burger Spielstärke und werden zusehen, den Gegner nicht zu nah an unser Tor herankommen zu lassen. Es gilt, aus einer stabilen Abwehr heraus zur Sicherheit zu finden und selbst in die Konterbewegung zu kommen", umreißt Sauer die taktische Marschroute. Abwehr, Sicherheit, Konter - da war doch etwas? Ganz genau. Den BBC beschäftigt in Vorbereitung auf das morgige Spiel noch immer die Niederlage gegen Calbe aus dem September 2012 (0:3). "Die Erinnerung an Negativerlebnisse ist zwar selten eine gute Vorbereitung, dennoch sollten wir uns das Spiel noch einmal ins Gedächtnis rufen, um nicht wieder ins offene Messer zu laufen", mahnt Müller.

Derweil muss die TSG gar nicht lange nach Negativbeispielen suchen. Gefragt ist im Heimspiel auch eine Reaktion nach der ernüchternden 0:3-Pleite aus der Vorwoche beim SV Fortuna Magdeburg. Der mutlose Auftritt in der Landeshauptstadt soll so nicht stehen bleiben, fordert der Calbenser Coach: "Gegen Burg ist einfach ein ganz anderes Spiel gefragt als zuletzt. Wir müssen uns viel deutlicher als Team präsentieren, uns entgegenstemmen. Wenn wir dann dennoch verlieren, tut es zwar weh, aber ist zu verkraften. Aber es kommt immer auf die Art und Weise an und diese hat mir gegen Fortuna einfach nicht gefallen."

Nach dem eher holprigen Rückrundenstart mit zwei Punkten aus drei Spielen hat sich die TSG dann auch selbst vor ihrem Heimspiel unter Zugzwang gebracht, will sie den Blick nicht auf die hinteren Tabellenplätze richten. Wenngleich sein Team weiterhin personell geschwächt ist und beim Training unter der Woche einige Akteure fehlten, weiß auch Sauer: "Unsere Kader-breite mag derzeit nicht gerade üppig sein. Trotzdem sind wir individuell stark genug besetzt, um für eine Überraschung zu sorgen - vor allem in einem Heimspiel." Sollte dieses Unterfangen tatsächlich gelingen, bleibt auch noch genug Zeit für den Austausch mit den einstigen Mitspielern: "Nach dem Spiel sehen wir vielleicht, wer sich Nettigkeiten erlauben darf und wer besser still ist."

Es fehlen: Stephan Birnbaum, Manuel Igel, Stephan Pingel (alle langzeitverletzt), Florian Schmidt (verletzt) - Marco Westhause (langzeitverletzt), Phlipp Baumgartl, Mathias Herms (beide fraglich); SR: Martin Ebert (Halle); Hinspiel: 3:6