Verbandsliga-Spitzenreiter SV Eintracht Gommern hat am Sonnabend zum zweiten Mal in Folge in fremder Halle Federn gelassen. Beim 32:38 (15:18) gegen den HV Solpke/Mieste hatten sich die Gommeraner Handballer offensiv wenig vorzuwerfen. In der Abwehr präsentierte sich das Team hingegen desolat.

Mieste/Gommern (jha/bjr) l Wie schmerzlich es ist, auswärts Punkte liegen zu lassen, musste die Eintracht vor zwei Wochen bereits beim Post SV Magdeburg erfahren - und im Anschluss auch, wie schmerzhaft es sein kann. SVE-Trainer Dirk Heinrichs beließ es jedenfalls nicht nur bei seelischen Strapazen. Nach der desolaten Vorstellung in der Landeshauptstadt zeigten einige seiner Schützlinge in der Folgewoche auch ein schmerzverzerrtes Gesicht aufgrund der körperlichen Anstrengung im Mannschaftstraining. Gemessen daran, wird es wohl am gestrigen Dienstagabend ähnliche Bilder gegeben haben.

Das Spiel begann temporeich. Beide Seiten boten gefährliche Angriffsreihen mit enormem Zug zum Tor auf. Vor allem das Tempospiel des Gastgebers setzte der Gommeraner Deckung immens zu. Ohnehin erwischte der Deckungsverband des Spitzenreiters nicht seinen besten Tag. Oftmals kamen die Ehlestädter die entscheidenden Schritte zu spät, so dass oft einfache Tore für den Gastgeber heraussprangen. Doch erst ab der 15. Minute konnte sich der HV Solpke/Mieste etwas absetzen. Nach dem 11:8 reagierte die Gästebank und bat zur Auszeit.

Im weiteren Verlauf kämpfte sich Gommern immer wieder heran, zum Ausgleich reichte es jedoch nie. Besonders bitter: Jens Schmidt stach in Sachen Einsatzwillen in der Deckung heraus, erhielt jedoch bereits im ersten Durchgang seine zweite Zeitstrafe und musste fortan im Deckungsverband mit besonderer Vorsicht agieren. Personell musste die Eintracht ohnehin auf Hagen Sommerfeld, Robert Mennecke und Felix Hoffmann verzichten. Dazu spielte Philipp Eckhardt unter Schmerzen.

Im zweiten Durchgang bestimmte zunächst der Gastgeber das Geschehen. Binnen weniger Minuten setzte sich der HV mit 21:16 ab und erhöhte somit den Druck auf die Gommeraner. Diese ließen in dieser Phase auch die nötige Durchschlagskraft im Angriff vermissen und der gegnerische Torhüter Jens Quatz bot eine sehr gute Leistung. Immer wieder liefen die Gommeraner in einen Tempogegenstoß des HV Solpke/Mieste, der sich diese Treffer nicht nehmen ließ. Beim 30:20 war das Spiel entschieden. Der SVE konnte in den letzten zehn Minuten das Ergebnis nur noch etwas verschönern. Am Ende stand jedoch eine auch in dieser Höhe verdiente Niederlage zu Buche.

Nach der Niederlage stand auch fest: Zum zweiten Mal hat man eine große Gelegenheit liegen gelassen, sich etwas Luft gegenüber dem ärgsten Verfolger zu verschaffen. Der zweitplatzierte SV Wacker Westeregeln hatte bekanntlich sein Spiel in Biederitz verloren - wie auch schon vor zwei Wochen während der Gommeraner Niederlage in Magdeburg - und somit bewegen sich beide Spitzenmannschaften weiter im Gleichschritt. Am kommenden Sonnabend, 22. März, empfängt die Eintracht dann die HSG Osterburg in eigener Halle. Eventuell ist Trainer Heinrichs dann auch zu entlocken, was er sich für das gestrige Training hat einfallen lassen.

Gommern: Hartung, Braatz - Eckhardt (7), Schmidt (5), Bretschneider (9), D. Einwiller (2), Bomke (1), Kaese (3), Böttcher (5), Zitzmann, Koch, Zater