Insgesamt 306 Aktive haben am Sonntag den 8. Burger Bismarckturmlauf in Angriff genommen. Auf die Starter warteten vier verschiedene Strecken, beste Bedingungen und eine Herausforderung der steilen Art.

Burg (bjr/gsc/fh) l Der Rodelberg an der Nordseite des Bismarckturms kann Spaß machen: im Winter, auf einem Schlitten und bei geschlossener Schneedecke. Er kann aber auch zur Qual werden: kurz vor dem Gipfel, wenn die Oberschenkel schmerzen und durch die Venen die pure Batteriesäure zu fließen scheint. Egal welchen Weg die 306 Starter wählten - ob über den grasbewachsenen Hang oder über die flachen Treppenstufen - , umgehen ließen sich die Strapazen nicht.

Entspannte Gesichter waren am Fuße des namensgebenden Wahrzeichens eher die Ausnahme. Im Fall von Ingo Starke reichte die Kraft aber allemal noch zu einem Gruß in Richtung Streckenposten. Er führte am Sonntag mit Gesamtplatz drei über die 6,5-Kilometer-Strecke die 23-köpfige Phalanx des PSV Burg an. Die Bilanz im "Heimspiel" konnte sich für den Verein mit zehn Altersklassensiegen über die drei Laufdistanzen wahrlich sehen lassen.

Dem Sieger über die mittlere Distanz konnten indes weder Starke, noch Uwe Neumann (TSG Möser) gefährlich werden. Platz eins sicherte der Berliner Marc Marquardt - erneut, denn der gebürtige Burger bestätigte seinen Vorjahreserfolg. Anders Yves Löbel (Niederndodeleben), der über die 10,6 Kilometer Marcel Ebel, Tangermünder in Diensten des SC Magdeburg, den Vortritt lassen musste. Für das beste Resultat aus einheimischer Sicht über den "langen Kanten" sorgte mit Rang sieben Paul Weinmann (Genthiner RC 66).

Apropos: Als auch die letzten Läufer im Ziel waren, brach auf dem PSV-Sportplatz noch einmal Hektik aus. "Wo ist Jenny?" Verzweifelt riefen Holger Müller und Gerald Schmidt bei der Siegerehrung per Lautsprecher nach der Gewinnerin der Damenwertung über 10,6 Kilometer. Alle anderen Sieger standen auf dem großen Podest, hielten ihre wunderschönen Glaspokale in den Händen - nur Jenny Weinmann aus Genthin schien wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Erst Minuten später war Ersatz gefunden - Tochter Marie musste als Zweite über 6,5 Kilometer den Pokal für Mutti in Empfang nehmen. Ganz wohl war ihr nicht dabei: "Aber ich habe doch gar nicht gewonnen."

Kanuten sind auch an Land die Schnellsten

Im Gegensatz dazu hatte Franz Herm der Konkurrenz keine Chance gelassen. Der junge Kanute des SV Chemie Genthin gewann die 2,6-Kilometer-Strecke mit zwölf Sekunden Vorsprung auf Max Zappe aus Burg. Vor drei Wochen, beim Süppling-Cross in Demker, ging der Sieg über die kurze Strecke durch Erik Graper ebenfalls an die schnellen Wassersportler. Letzterer war am Sonntag jedoch mit den Genthiner Fußballern unterwegs. Wer wohl gewonnen hätte, wenn beide am Start wären: "Es wäre ein enges Rennen geworden", sagte Franz nach der Siegerehrung.

Wiederum jubelten die Genthiner über mehrere Altersklassensiege. Die Seriengewinner Anneliese Hünecke sowie Jutta Derz ließen sich mit tollen Läufen über 6,5 Kilometer wieder nicht überraschen. Die Erfolgsbilanz des GRC 66 über 10,6 Kilometer komplettierte Beate Bolle mit einem tollen zweiten Platz: "Mit einer so guten Zeit hatte ich gar nicht gerechnet."

Zu verdanken waren viele Bestleistungen auch den optimalen Bedingungen. Bei hervorragendem Laufwetter hatten sich auch die Organisatoren rund um die Laufgruppe Ihleläufer und die Arbeitsgruppe Bismarckturm des Heimatvereins mächtig ins Zeug gelegt. Vor allem in Sachen Abwechslung und Anspruch liegt die Strecke in Burg weit vorn im Vergleich mit den übrigen Stationen des Elbe-Ohre-Cups. "Wir haben viel Lob von den Teilnehmern erhalten. Etliche haben versprochen, im nächsten Jahr wiederzukommen", freute sich der Ihleläufer-Chef Schmidt.

Bei ihm liefen am Sonntag alle organisatorischen Fäden zusammen. Insgesamt rund 45 Freiwillige waren rund um den Lauf im Einsatz. "Ohne das Engagement der Helfer und Sponsoren wäre so eine Veranstaltung gar nicht möglich. Ein großer Dank gilt weiterhin dem PSV Burg um Manfred Giemsch, der auch in diesem Jahr die Nutzung des Sportplatzes unkompliziert ermöglicht hat." Die erzielten Einnahmen kommen übrigens wie schon in den Vorjahren der Sanierung des Bismarckturms zugute.

"Ende gut, alles gut" hieß es dann auch auf dem Sportplatz: Zum Schluss tauchte auch Frauen-Gesamtsiegerin Jenny Weinmann wieder auf und ließ sich den Pokal von Tochter Marie überreichen. Ihr kurzzeitiges Verschwinden war schnell aufgeklärt: Sie war während der Siegerehrung gemeinsam mit Ehemann René und Frank Winter kurzerhand noch einmal die 6,5-Kilometer-Strecke abgelaufen. Denn auch das gab es bei der achten Auflage: Läufer, die nicht genug bekamen.