Sportlich hat Landesligist Burger BC 08 das buchstäblich große Los gezogen. Am Mittwoch, 30. April, treffen die Kreisstädter im Halbfinale des Pokalwettbewerbs des Fußball-Verbandes Sachsen-Anhalt (FSA) auf Drittligist Hallescher FC. Derweil sorgt die Ansetzung auch für eine logistische Herkulesaufgabe.

Burg l Insgeheim haben sie beim BBC 08 am Dienstag natürlich Verbandsligist Magdeburger SV 90 Preussen die Daumen gedrückt. Hätte sich der Außenseiter im Pokal-Viertelfinale gegen den Halleschen FC durchgesetzt, wären den Burgern sicher einige Sorgen erspart geblieben. Andererseits: Der Landesligist wäre auch um sein unstreitbares Jahres-Highlight "beraubt" worden. Anders als im Fall des letztlichen 3:1-HFC-Erfolgs wäre es nicht zum sportlich attraktiven Kräftemessen mit den Profi-Kickern gekommen.

Entsprechend betrachtet man bei den Ihlestädtern die Ansetzung aus zwiespältiger Sicht. "Natürlich freuen wir uns, gegen den derzeit höchstklassigsten Verein des Landes in einem Pflichtwettkampf anzutreten. Aber die Freude wurde uns auch etwas genommen. Ein fader Beigeschmack bleibt bei der ganzen Sache", so BBC-Sportvorstand Detlef Zimmer.

Grund dafür ist in erster Linie das terminliche Verwirrspiel. Ursprünglich für Gründonnerstag, 17. April, angedacht, stellte sich der HFC bei der Terminierung quer. Die "Regenerationszeit" sei angesichts des zwei Tage später stattfindenden Drittliga-Duells gegen den SV Stuttgarter Kickers zu kurz. Am vergangenen Dienstag einigten sich die BBC-Verantwortlichen zusammen mit dem FSA und HFC-Manager Ralph Kühne quasi im Kabinengang des Heinrich-Germer-Stadions auf den 30. April - nicht unbedingt ein Burger Wunschtermin. "In unserer Mannschaft gibt es unter anderem Krankenpfleger im Schichtbetrieb und Soldaten, die weit entfernt stationiert sind. Wenn es erst heißt: `Ich brauche am 17. April frei`, kurz darauf dann aber: `Doch nicht, lieber am 30. April`, ist der Arbeitgeber natürlich zu Recht irritiert."

Ein weiterer Punkt in der Diskrepanz zwischen Burger "Hobby-Fußballern" und Hallenser "Vollprofis" ist natürlich die Erfahrung im Umgang mit derartigen Risikospielen. Dass der Eintrittspreis im Vergleich zu gewöhnlichen Ligapartien diesmal bei acht Euro für Vollzahler liegt, dient nämlich nicht etwa dem Vorhaben, aus dem "Spiel des Jahres" Profit zu schlagen. Einerseits werden wie im Pokal üblich Einnahmen wie Kosten zwischen beiden Vereinen geteilt, doch vor allem letztere haben es angesichts der Brisanz eines HFC-Gastspiels im "magdeburgisierten" Norden des Landes in sich, wie Torsten Schulz, Vizepräsident Wirtschaft beim BBC 08, erläutert: "Da wir als gastgebender Verein die Sicherheit und Ordnung im Stadion gewährleisten müssen, arbeiten wir mit einem professionellen Sicherheitsunternehmen zusammen. Bei 100 Ordnern im Stadion fallen Kosten von etwa 9 000 Euro an. Einnahmen aus Eintritt oder Versorgung dienen daher ausschließlich der Refinanzierung des Spiels."

Das Thema Sicherheit steht am kommenden Mittwoch, 16. April, bei einer Beratung mit Vertretern der Stadt Burg, des HFC und der Polizei noch einmal im Speziellen auf der Tagesordnung - alles aus einem einfachen Grund: "Dieses Spiel soll zu einem Event wird, an das sich unsere Anhänger und der gesamte Verein noch Jahre erinnern - im positiven Sinne", gibt Zimmer einen Einblick in die Hoffnungen des BBC 08, die zwischenzeitlich einen argen Dämpfer erlitten hatten: "Als drohte, dass das Spiel zu einer Unzeit angesetzt wird, haben wir über eine Absage nachgedacht. Aber diese Entscheidung hätten wir den Spielern und unseren treuen Zuschauern nicht erklären können."