Die Landesklasse-Fußballer des SV Traktor Tucheim mussten gegen den zuletzt mit vier Niederlagen in Folge angereisten FC Zukunft Magdeburg eine bittere 1:2 (1:0)-Niederlage einstecken. Ein Handelfmeter in der zweiten Minute der Nachspielzeit sorgte dabei für reichlich Zündstoff.

Tucheim l Selbst in der Bundesliga ist Handspiel nicht gleich Handspiel. Wenn sich in der höchsten Spielklasse Deutschlands nicht einmal die offiziellen Regelhüter einigen können, warum sollte dies in der Landesklasse anders sein? Die strittige Szene geschah in der 92. Minute. Ein Tucheimer Abwehrspieler wurde beim Versuch, eine Flanke zu verhindern, im Strafraum angeschossen. Schiedsrichter Kevin Schulz entschied zum Entsetzen aller Zuschauer auf Elfmeter. Auf den Unmut der Fans stieß der Unparteiische nicht nur aufgrund seiner Entscheidung, sondern auch, weil seine Linienrichterin Saksia Svenja Behrend eigentlich Eckstoß anzeigte. Doch nicht nur Schulz zog sich den Unmut der Tucheimer zu. Auch der FCZ wird wohl sicherlich keinen Publikumspreis von den Anhängern des SV Traktor erhalten.

Der umstrittenen Szene im Strafraum war noch eine andere Episode vorausgegangen, die wiederum den Tucheimer Torhüter Michael Weise auf die Palme brachte. Ein Spieler der Gäste war in Strafraumnähe zu Boden gegangen und offenbar verletzt liegengeblieben, doch anstatt das Spiel zu unterbrechen, spielten die Gäste weiter. So waren es die Hausherren, die den Ball ins Aus spielten. Nach Weises Fairplay-Definition hätte der Ball dem SV Traktor zugestanden, doch Zukunft spielte die Chance aus und es kam zur bereits beschriebenen Szene.

So erzielte David Kohlepp in der 92. Minute also das spielentscheidende 2:1 für den FC Zukunft. Tucheims Trainer Mike Schnorrer wollte nach Abpfiff aber nicht unbedingt über die Entscheidung des Schiedsrichters sprechen: "Es ist natürlich schade, dass wir wegen einer Sache, auf die wir keinen Einfluss haben, noch verlieren. Wir hätten heute einen Punkt verdient gehabt."

Dabei waren die Hausherren in der ersten Halbzeit selbst durch einen Elfmeter in Führung gegangen. Der SV Traktor scheiterte noch zweimal knapp am Aluminium beziehungsweise der eigenen Präzision. "Wir haben es versäumt, das Spiel eher zu entscheiden", trauerte Schnorrer den vergebenen Chancen nach.

Nach der Pause erarbeitete sich keines der beiden Teams klare Möglichkeiten. Die Gäste waren zwar nun bemüht und erzielten in der 53. Minute den Ausgleich, doch wirklich Zwingendes sollte in der Folge nicht von den Landeshauptstädtern zu sehen sein. So fand das Spiel haupstsächlich im Mittelfeld statt und Aufregung kam erst wieder in der Nachspielzeit auf. "Die Jungs haben gut gespielt und die Einstellung im Team stimmt. Das ist alles, was zählt", war Schnorrer trotz der Niederlage stolz auf seine Elf.

SV Traktor Tucheim: Weise - Handke, Kandora, Schröder (75. Haack), Paulini, Richter, Schmidt (86. Gobel), Schulze, Keltner, Feuerherdt, Diers

FC Zukunft: Gotthardt - Zimmler, Dänecke, Gööck, Uhlig, Herz (86. Rauhut), Kohlepp, Meier (74. Herbst), Bergholz, Kemter, Brasch (85. Hoffmann)

Tore: 1:0 Willi Keltner (FE 16.), 1:1 Bastian Uhlig (53.), 1:2 David Kohlepp (HE 92.); SR: Kevin Schulz (Tangermünde), Saskia Svenja Behrend, Andy Baumann; ZS: 60