Kleinmühlingen/Niegripp l "Die Jungs hätten das noch drehen können", lautete die nüchterne Einschätzung von Mario Katte nach der 2:3 (0:2)-Niederlage des TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens gegen die SG Blau-Weiß Niegripp in der Fußball-Landesklasse. Zufriedener zeigte sich natürlich Niegripps Coach Joachim Greisner, doch auch er merkte an: "Es war kein schönes Spiel."

Damit bezog sich Greisner auf die zweite Halbzeit. Zwei heftige Zusammenstöße zwischen Gästetorwart Steffen Rateike und zwei Kleinmühlinger Spielern, Gelb-Rot für TSV-Akteur Florian Wehling und immer wieder abgepfiffene Torchancen für beide Teams prägten den Durchgang nach der Pause. Das rief Unmut und Unruhe auf und neben dem Feld hervor. In der Nachspielzeit und nach dem Zusammenstoß von Rateike und Kleinmühlingens Kevin Junge, für den sich der Keeper nach dem Abpfiff entschuldigte, musste der TSV-Spieler vom Feld getragen werden. Er hatte sich eine wohl schwerere Rückenverletzung zugezogen. "Man sollte doch eigentlich von einem fairen Spiel zweier Mannschaften der oberen Tabellenhälfte ausgehen können", resümierte Greisner.

Davon bekam der Coach zumindest in der ersten Halbzeit einiges zu sehen. Und auch spielerisch konnte er sich nicht beklagen. Die Gäste erwischten den besseren Start und nutzten ihre Feldvorteile, um sich immer wieder gute Chancen zu erarbeiten. Der TSV haderte dagegen vor allem mit der Abstimmung in der Defensive. Dies nutzte Bill Jentzsch in der 28. Minute. Da sich die Kleinmühlinger Abwehr uneins war, wer denn nun den Angriff stoppen sollte, netzte der Niegripper zum 1:0 ein. Eine ähnliche Situation gab es nochmals kurz vor dem Pausenpfiff. Wieder war Jentzsch am Ball, spielte sich frei und traf zum 2:0. "Wir hatten wirklich arge Abstimmungsprobleme", haderte Katte. "Jeder wollte Verantwortung übernehmen und tat es dann doch nicht."

In der zweiten Hälfte fanden die Gastgeber dann deutlich besser ins Geschehen. Kleinmühlingen hatte sich nun wieder geordnet und prompt flog der Ball über das Mittelfeld und durch die Niegripper Abwehr hindurch. Junge stand bereit und erzielte in der 60. Minute den 1:2-Anschlusstreffer. Dies gab dem TSV offenbar den nötigen Aufwind, denn nun wurde der Gästekasten häufiger bestürmt. Doch der Anschlusstreffer hatte auch die Blau-Weißen wieder wachgerüttelt. Die Abwehr stand nun sehr stabil. Auch Niegripps Keeper stand immer wieder bereit. Allerdings prallte er, im Bestreben einen langen Ball Kleinmühlingens abzuwehren, mit TSV-Kapitän Sebastian Durrhack zusammen, für den das Zuspiel bestimmt war. Es gab Elfmeter. Der Gefoulte verwandelte souverän zum 2:2-Ausgleich (79.). Beide Teams wollten den Sieg. Die Zweikämpfe wurden dementsprechend geführt, so dass die Unparteiischen immer wieder eingreifen mussten. Mit einigen Entscheidungen waren die Akteure auf als auch neben dem Feld nicht einverstanden.

Steven Zeuch netzte mit einem Freistoß zum 3:2-Endstand ein (85.). "Ich kann mit der Mannschaft spielerisch sehr zufrieden sein", lobte Greisner. "Unsere Abwehr hat sich gut auf die langen Bälle des Gegners eingestellt." Lobende Worte fand der Coach auch für Patrick Morack und Falko Komin. "Die beiden haben aus der zweiten Mannschaft ausgeholfen und wirklich klasse mitgezogen."

Lobende Worte hatte der sichtlich enttäuschte Mario Katte nur für den nun verletzten Junge übrig. "Er war wieder omnipräsent", so der Trainer. "Sonst haben wir uns zu viele Fehler, vor allem in der ersten Halbzeit geleistet. Das 3:2 für Niegripp geht völlig in Ordnung."

TSV Kleinmühlingen/Zens: Hellinger (68. Spengler) - Ehme, Balder, Berlau (46. Hildebrand), Möbes, Katte, Weheling, Junge, Kuhne (46. Teufel), Jäger, Durrhack

SG Blau-Weiß Niegripp: Rateike - Morack, Zeuch, Komin, Briest, Müller, Jentzsch, Philipp, Mlynek (80. Rennwald), Ackmann, Schlüter

Tore: 0:1, 0:2 Bill Jentzsch (28., 45.), 1:2 Kevin Junge (60.), 2:2 Sebastian Durrhack (79., Strafstoß), 3:2 Steven Zeuch (85.); SR: Luis Schneider; ZS: 75; Gelb-Rot: Florian Wehling (62.) - Kleinmühlingen