Ob beabsichtigt oder nicht - der Bergzower Weg führte meist häufig zum Erfolg: Dem Gegner das Feld überlassen, spät zurückschlagen und so fleißig Punkte in der Fußball-Kreisoberliga sammeln. Am Sonnabend, im Kreispokalduell gegen den SV Theeßen 85, schlug der Plan aber fehl. Durch einen 4:1 (1:0)-Auswärtssieg sicherten sich die Gäste das Halbfinalticket.

Bergzow l So bemühte man sich beim SV Grün-Weiß nach der Partie auch gar nicht, die Enttäuschung zu verhehlen. Trainer Jörg Heinemann bilanzierte zum verkorksten Start in das lange Osterwochenende: "Obwohl wir uns viel vorgenommen hatten, haben wir nie in die Partie hineingefunden, keinen Zugriff aufs Spiel bekommen. Zuletzt haben wir Rückstände erfolgreich umbiegen können, aber dazu waren die Theeßener körperlich zu überlegen und auch zu clever."

Der Unterschied in Sachen Abgeklärtheit wurde bereits nach acht Minuten deutlich. Durch ein Foul abseits des Geschehens bekamen die Gast- geber einen Freistoß in relativer Tornähe gegen sich ausgesprochen. Theeßens Martin Prost trat an und traf zum 1:0 - kein unhaltbarer Versuch, doch in Sachen Schlitzohrigkeit dem SV Grün-Weiß die entscheidenden Längen voraus. So verbuchte Bergzow im ersten Abschnitt mehr Ballbesitz, berannte das Tor der 85er, doch wirklich zwingend wurde es selten. Die geplanten schnellen Angriffe über die Flügel verpufften meist, weil sich der Ballführende an der Theeßener Hintermannschaft festrannte oder sich bei der Flanke kein Abnehmer fand. Trotz verteilten Spiels ging die 1:0-Halbzeitführung der Gäste in Ordnung.

Mit Beginn der zweiten Hälfte drehte der SV 85 richtig auf. "In den ersten 25 Minuten hatten wir unsere stärkste Phase. Wir haben uns mehr bewegt und uns clever vor dem Tor präsentiert", freute sich Interimscoach Dirk Wehrmann. Die personifizierte Torgefahr, das Stürmerduo Till Hoger und Stefan Kempf, schlug zwischen der 52. und 70. Minute dann auch dreifach zu und führte mit dem 4:0-Zwischenstand die vorläufige Entscheidung herbei. "Unsere Abwehr war in dieser Phase nicht auf der Höhe", bekannte Heinemann, der sich aber immerhin über seinen "Joker" freuen konnte. Zwei Minuten nach seiner Einwechslung schaffte Paul Barkowsky, was die Mitspieler zuvor 78 Minuten lang erfolglos probiert hatten und netzte zum 1:4 aus Gastgebersicht ein - am Ende nur ein kleines Trostpflaster für den SV Grün-Weiß.

Dagegen blickt man in Theeßen kämpferisch auf das noch zu terminierende Halbfinale gegen einen Ligakonkurrenten voraus. "Sicherlich ist Germania Güsen gegen uns klarer Favorit, aber auch dieses Spiel muss erst gespielt werden", so Wehrmann.

Bergzow: Schneider - Bathe, Schmidt, Böhnke (46. Hagemann), Richter, Gaede, Schaumburg, Grothe (76. Barkowsky), B. Räcke (59. Breme), Braun, Probst

Theeßen: Huhn - Kasenburg, Mohr, Geissler (76. M. Räcke), Grauenhorst, C. Hoger, T. Hoger, Borchardt, Kempf, Prost, Gärtner

Tore: 0:1 Martin Prost (8.), 0:2 Till Hoger (52.), 0:3 Stefan Kempf (56.), 0:4 Till Hoger (70.), 1:4 Paul Barkowsky (78.); SR: Dirk Wiesener (Tucheim), Raik Witte, Peter Laven; ZS: 57