Burg (bjr) l Den aus sportlicher Sicht wichtigsten Anruf des Tages hat Hartmut Müller heute Morgen bereits entgegengenommen. Vor dem Halbfinale im Fußball-Landespokal um 18 Uhr telefonierte der Trainer des Burger BC 08 noch einmal mit Bastian Benkel, der beim gestrigen Abschlusstraining krankheitsbedingt passen musste. "Ich habe auf vieles eine Antwort parat. Auf seinen Ausfall hätte ich keine", bangt der Coach des Landesligisten um den Einsatz seines Innenverteidigers. Es gibt Nachrichten, die man vor einem Duell mit Drittligist Hallescher FC eben nicht so gern hört.

Zu den wesentlich angenehmeren Neuigkeiten darf hingegen die Tatsache gezählt werden, dass die Partie nicht nur das Interesse beider Fanlager hervorruft, sondern auch einige Prominenz erwartet wird. Neben dem Burger Oberbürgermeister Jörg Rehbaum haben etwa auch Erwin Bugar, Präsident des Fußball-Verbandes Sachsen-Anhalt, und Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Norbert Dierkes ihren Besuch angekündigt.

Geht es nach dem BBC-Trainer, bekommen alle Stadiongänger eine Menge geboten: "Wir werden versuchen mitzuspielen. Der HFC ist auf allen Positionen individuell klar besser besetzt als wir, aber zu einem guten Spiel tragen immer beide Seiten bei. Wir wollen unseren Beitrag leisten." Im Klartext: "Wir mauern nicht." Damit wollen die Burger alles daran setzen, sich ein ähnliches Schicksal zu ersparen, wie es Verbandsligist Magdeburger SV Preussen im Viertelfinale erlebte. Die Landeshauptstädter ernteten zwar viel Lob für die knappe 1:3-Niederlage, waren auch mit 1:0 in Führung gegangen, doch zuschauerfreundlich war die Partie Anfang des Monats nicht wirklich. "Es ist der Spielstärke des Gegners geschuldet, dass wir sicher häufiger in die Abwehr gedrängt werden, aber wir werden sehen, wie wir unser Vorhaben umsetzen und den Fans ein gutes Spiel bieten können."

Auch für den scheidenden Coach wird das Halbfinale heute Abend noch einmal ein Höhepunkt zum Karriereende. Es soll aber nicht der letzte bleiben. Angesprochen darauf, ob er einen Finaleinzug im Pokal dem Erreichen des zweiten Platzes in der Liga vorziehen würde, entgegnete Müller: "Fußball ist kein Wunschkonzert. Wir werden ein Vorhaben anstreben, das realistisch ist." Eine Aussage, die einen Pokalcoup seines Teams auch nicht kategorisch ausschließt.