Steinwiesen/Lostau (bjr) l Bloß gut, dass sich Rüdiger Czarnetzki und Denny Schwiesau nicht an diese Anweisung ihrer Trainer gehalten haben: "Wir haben die Order bekommen, die Partie in Ruhe herunterzuspielen, um ein Unentschieden mitzunehmen", blickte Czarnetzki von den Radballern des RC Lostau auf die Halbzeitansprache im Spiel gegen den RSV Krofdorf I, Spitzenreiter der 2. Bundesliga, zurück. Doch statt einem Remis wurde aus dem 3:2-Vorsprung zur Pause ein 5:3-Erfolg. Diese drei von insgesamt acht Zählern, die Czarnetzki/Schwiesau am Sonnabend einfuhren, waren überraschend wie wichtig: Eine Runde vor Saisonende auf Rang zwei liegend, hat das Duo die beste Ausgangslage im Rennen um die Relegationsplätze zur 1. Bundesliga.

Dabei begann der Spieltag im oberfränkischen Steinwiesen eher ernüchternd. "Gegen Nord Berlin war es wie immer. Es ging knapp zu und das 2:2-Unentschieden war gerecht." Als jedoch gegen die zweite Krofdorfer Vertretung ein 3:1-Vorsprung nach zwei verwandelten gegnerischen Freistößen zu einem 3:3-Remis verspielt wurde, war die Los- tauer Radballwelt ein wenig aus den Fugen. Vor dem Spiel gegen den Spitzenreiter, der bis dato nur einmal in der Saison bezwungen wurde, machte sich Unruhe breit. "Nach der 1:0-Führung haben wir aber gemerkt, dass etwas für uns gehen könnte." Mit dem Vorsprung im Rücken nahmen Czarnetzki/Schwiesau das Tempo aus der Partie; Luca Wagner/Sascha Götz passte diese taktische Maßnahme so gar nicht ins eigene Konzept, so dass der quasi feststehende Staffelsieger das Parkett als entnervter Verlierer verließ.

Trotz des Überraschungserfolgs ließen die Lostauer auch im Spiel gegen die abstiegsbedrohten Gastgeber die Zügel nicht schleifen. "Steinwiesen hat zu Hause relativ stark gespielt. Wir mussten uns strecken, vor allem in der Schlussphase", berichtete Czarnetzki über den 7:5-Erfolg.

Mit viel Selbstvertrauen geht es nun am Sonnabend, 21. Juni, in die letzte Runde. Das Hauptaugenmerk richten die Lostauer auf die Spiele gegen die direkte Konkurrenz aus Mücheln und vom gastgebenden KSC Leipzig. "Jetzt stehen wir da oben, natürlich wollen wir die Relegation klar machen. Dazu dürfen wir aber auch die anderen beiden Spiele gegen Demmin und Magdeburg nicht zu locker nehmen."