Nach der spannenden Meisterschaftsentscheidung am letzten Spieltag der Fußball-Kreisoberliga treffen die Ligakontrahenten des SV Germania Güsen und des FSV Borussia Genthin im Finale um den Kreispokal heute, 18 Uhr, in Parey noch einmal aufeinander. Während Germania das Double will, möchte die Borussia Revanche für die verpasste Meisterschaft.

Parey l Genthins Trainer Bernd Schmidtchen würde das Wort Revanche vermutlich nie selbst in den Mund nehmen, zu sehr klingt es nach Rivalität und Verbitterung. Lieber verweist der ruhige Borussia-Coach auf die Tatsache, dass seine Elf bereits vergangenes Jahr im Pokalfinale stand und glücklich darüber sei, es wieder geschafft zu haben. Zwar verlor die Genthiner Elf im vergangenen Jahr, diesmal möchte es der FSV jedoch besser machen. Der Gegner damals hieß übrigens Union Heyrothsberge. Ein Schelm, wer jetzt etwas böses über das Thema Revanche denkt. Dennoch schoss die Mannschaft um den diesjährigen Kreisoberliga-Torjäger Nummer eins, Thomas Gronwald, die Landesklasse-Mannschaft im Semifinale mit 7:2 aus dem Wettbewerb. Revanche Nummer eins - abgehakt.

Interessanterweise stand die SG Union keine Woche nach dem eigenen Meistertaumel wohl noch etwas neben sich. Und genau da lässt sich möglicherweise eine Parallele zum heutigen Gegner ziehen: Auch die Güsener feierten noch vor der Wochenfrist ausgelassen ihren Kreisoberligatitel. Die Gelegenheit für den FSV Borussia wäre also wohl günstig, falls, ja falls sie die entgangene Meisterschaft schon verdaut haben. "Der Pokal ist ein völlig anderer Wettbewerb. Wir standen letztes Jahr im Finale und diesmal erneut. Und dort gibt uns der Sieg gegen Union im Halbfinale enormen Aufschwung", so Schmidtchen.

Güsens Trainer Hartmut Kober verkündete noch im Freudentaumel am vergangenen Sonnabend: "Jetzt will ich das Double!" Dass seine Mannschaft, über die Kober momentan richtiggehend ins Schwärmen gerät, einen Nachteil aufgrund der ausgelassenen Meisterfeier hat, glaubt der Germania-Trainer nicht. "Meine Jungs waren gut im Training vertreten und sind bestens motiviert." Dasselbe erwartet er allerdings auch vom heutigen Gegner: "Borussia wird richtig heiß sein", und deshalb betreibt Kober gleich noch ein wenig Understatement: "Wir sind schon stolz, es bis ins Finale geschafft zu haben. Sollten wir jetzt auch noch gewinnen, wäre das etwas ganz Tolles, aber das wird sehr schwer werden." Bei der Mission Sahnehäubchen muss der Güsener Trainer nur auf Toni Lamprecht und Eric Kopp verzichten. Der Rest des frischgebackenen Aufsteigers ist einsatzfähig.

Das lässt sich aber definitiv auch von Borussia Genthin sagen, die kein drittes Mal innerhalb eines Jahres ein Finale verlieren möchten.