Während beim SV Germania Güsen am Freitagabend im Finale des Kreispokals nur eine Sache etwas misslang, kämpfte der FSV Borussia Genthin bei der 1:2 (0:1)-Niederlage über weite Strecken mit der Einstellung, der Aufmerksamkeit und der Laufbereitschaft.

Parey l Die Trophäe des Kreis- pokals musste ihre Widerstandsfähigkeit also unter Beweis stellen, als sie im Freudentaumel des SV Germania herunterfiel, aber nicht zerschellte. Es war allerdings der einzige Fauxpas des Double- siegers an einem fast perfekten Abend. Im Spiel selbst blieb das Team nämlich nichts schuldig. Die Genthiner hingegen wirkten vor allem in den ersten 75 Minuten wie gelähmt und agierten viel zu zögerlich. "Es scheint, als entwickelt sich Güsen zum Angstgegner, weil wir das Punktspiel dort ja auch mit 2:4 verloren hatten", mutmaßte schließlich auch Trainer Ralf Werner, der Bernd Schmidtchen vertrat. "Das ist aber nur spekulativ. Entscheidend war vielmehr, dass wir die erste Halbzeit komplett verschlafen haben. Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen und standen zu weit weg vom Gegenspieler."

Die Germania war also von Anfang an präsenter, gewann die meisten Zweikämpfe und gestaltete auch das Spiel. Wenngleich der Staffelsieg für genügend Schwung gesorgt haben dürfte, so fokussierte Trainer Hartmut Kober seine Schützlinge unter der Woche für die bevorstehende Aufgabe: "Wir haben die Meisterschaft abgehakt und normal Training gemacht. Wir wollten ins Finale und in diesem nochmal angreifen, auch wenn das Ziel bereits erreicht war. Alle haben ihr Bestes gegeben."

Davon war Genthin zunächst weit entfernt. Erst nach dem etwas glücklichen Anschlusstreffer durch Maximilian Reinshagen ging ein Ruck durch die Mannschaft. "Wir haben erst nach dem Tor den Kampf angenommen. Für ein Endspiel war das natürlich viel zu spät. Wir haben aber auch taktische Fehler begangen, wollten Josef Bonitz eigentlich viel enger decken und die Pässe auf ihn verhindern. Aber beim 0:1 stand er völlig frei und auch das 0:2 durfte so nicht fallen", haderte Werner.

Der verpasste Staffelsieg sorgte nun nicht für schwere Beine, da war sich der Coach sicher. "Das haben wir inzwischen abgehakt. Wir hatten ja den Höhepunkt mit dem Sieg im Halbfinale über Heyrothsberge. Diesmal stand jedoch eine völlig andere Mannschaft auf dem Feld. Ich habe sie gar nicht wiedererkannt."

Dabei hatte sich die Borussia viel vorgenommen: "Wir waren auch im vergangenen Jahr im Endspiel und wollten diesmal eigentlich den Pokal nach Genthin holen. Aber dafür haben wir zu wenig gezeigt. Erst in den letzten 15 Minuten haben wir die Zweikämpfe angenommen, dann kam Güsen auch ein bisschen in Schwierigkeiten. Aber letztlich hat Germania verdient gewonnen."

Für Kober war der Auftritt seiner Schützlinge indes unverwechselbar. "Die Jungs haben sich den Pokal sowas von verdient." Das dürfte auch für die nun folgende etwa dreiwöchige Pause gelten. Am 11. Juli bittet der Trainer dann wieder zur ersten Einheit. Bis dahin wird die Trophäe ihren Platz in der Vereinsvitrine erreicht haben - ganz unbeschadet.

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