Lostau/Leipzig l Eigentlich wollten sich Rüdiger Czarnetzki und Denny Schwiesau am Sonnabend das große Rechnen ersparen. Eigentlich wollte das Duo vom RC Lostau auch aus den ersten drei Spielen des Tages neun Punkte holen. Und eigentlich wollte es in der letzten Saisonrunde der 2. Bundesliga Platz drei und somit die Teilnahme an den Relegationsspielen zum Radball-Oberhaus sichern. Dass am Ende zumindest der letzte Punkt dieser Aufzählung gelang, verdanken beide dem "kleinen Wunder von Leipzig", wie es Czarnetzki augenzwinkernd formulierte.

Das Drehbuch sah nach dem 2:1-Erfolg gegen Demmin und den beiden eher unglücklichen 2:2-Remis gegen den Post SV Magdeburg und Mücheln ein echtes Endspiel gegen den Gastgeber aus der Messestadt vor. "Wir hatten das anders geplant, wollten ursprünglich neun Zähler aus den ersten drei Spielen holen. Damit hätten wir uns die Ungewissheit erspart", verriet Czarnetzki den Lostauer "Plan A". So aber lagen er und sein Partner nach Punkten gleichauf mit den Lokalmatadoren, die zudem das bessere Torverhältnis aufwiesen. Im RC-Gedächtnis spukte weiterhin noch die Erinnerung an die empfindliche 3:9-Niederlage aus dem Hinspiel Anfang März herum. "Nachdem wir aber zur Pause und auch in der zweiten Halbzeit die Sicherheit von zwei Toren Vorsprung hatten, passte einfach alles. Am Ende haben wir Leipzig buchstäblich in die Enge getrieben." Dennoch hatten den letztendlichen 8:4-Sieg aus Lostauer Sicht vor dem direkten Duell um den letzten Relegationsplatz wohl nur die wenigsten auf der Rechnung.

Hinter ihr persönliches Saisonziel können Czarnetzki/Schwiesau also trotz aller Dramatik ein Häkchen setzen. In der anstehenden Pause sollen erst einmal die Urlaubspläne verwirklicht werden. Allerdings wollen beide auch das regelmäßige Training nicht vernachlässigen. "Ich denke, wir werden im Sommer weitgehend durchziehen, vor allem an der Kondition arbeiten und ein paar Turniere spielen. Wenn man erst einmal die Relegation erreicht hat, will man auch die Chance nutzen."

Diese bietet sich für die Lostauer mit dem Halbfinalturnier am 6. September. Dann geht es auch erstmals in diesem Jahr gegen Teams aus der Süd- und Mitte-Staffel der 2. Bundesliga "ins Gefecht". Derzeit steht beim RC "All Heil" die Überlegung im Raum, sich um die Ausrichtung zu bewerben - um dann mit dem Heimvorteil das Ticket zur Endrunde zu buchen. Ein dritter Platz im Sechser-Ausscheid würde dazu berechtigen, im Rahmen der Deutschen Meisterschaft am 17. Oktober im württembergischen Denkendorf um den Aufstieg zu spielen.