Der SV Eintracht Gommern und der Möckeraner TV bündeln zur neuen Saison die Kräfte. Die Nachwuchs-Handballer beider Vereine gehen künftig von den Minis bis zu den A-Junioren als Jugendspielgemeinschaft an den Start.

Gommern/Möckern l Der Name klingt etwas sperrig, auch die Schreibweise JSpG mutet gewöhnungsbedürftig an. Doch letztlich dürften sich Spieler und Vereinsfunktionäre einfach nur darauf freuen, dass am zweiten Septemberwochenende die Saison endlich los geht. Die Jugendspielgemeinschaft Gommern/Möckern hat schließlich in der neuen Spielzeit einiges vor. Dabei stand vor der Zusammenarbeit das, was die meisten neuen Ideen begründet: ein Problem. "Wir haben es in den älteren Jahrgängen gespürt, im Bereich der A- und B-Jugend - es wurden immer weniger Spieler. Also haben wir überlegt, was man dagegen unternehmen kann, dass uns eines Tages die Spieler ausgehen", schildert Eintracht-Jugendwart David Koch. Langfristig gelte es schließlich auch für beide Vereine, Spieler für den Erwachsenenbereich auszubilden.

Da die Kontakte nach Möckern ohnehin seit längerer Zeit bestehen und das Verhältnis beider Vereine entspannter ist, als man es bei zwei benachbarten Städten erwarten kann, verging wenig Zeit, bis sich beide Seiten an einen Tisch setzten. "Wir sind mit relativ klaren Vorstellungen an die Sache herangegangen, haben uns etwa auch schon im Vorfeld überlegt, welcher Trainer zu welcher Mannschaft passt. Diese Vorplanung hat die Abstimmung natürlich erleichtert", blickt Gommerns Abteilungsleiter Andreas Schütte zurück.

Grundsätzliche Einigkeit bestand also recht schnell - auch weil im Gegensatz zu anderen Beispielen keine "feindliche Übernahme" stattfand, sondern sich beide Vereine in den Gesprächen auf Augenhöhe begegneten. Erleichtert wird der Zusammenschluss auch durch das Regelwerk des Handballverbandes Sachsen-Anhalt (HVSA), das keine besonderen Auflagen an eine Jugendspielgemeinschaft stellt. Einzige Bedingung: Ein Zusammenschluss ist nicht für einzelne Mannschaften möglich, sondern beinhaltet stets sämtliche Teams. Folglich wurde ein neuer Verein gegründet, in den beide Nachwuchsabteilungen übergingen.

Dennoch gibt es natürlich auch Unwegsamkeiten. Das gemeinsame Training und die Spiele müssen koordiniert und logistisch bewältigt werden. Aktuell finden die Übungseinheiten je einmal pro Woche in Gommern und Möckern statt. "Bei den Punktspielen sieht es so aus, dass wir nach Möglichkeit einen Heimspieltag für alle an diesem Tag im Einsatz befindlichen Mannschaften ausrichten. Auch dort haben wir über die Saison gesehen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen beiden Spielorten erreichen können", so Schütte. Netter Nebeneffekt für Eltern und Fans: Die Handball-Sonnabende oder -Sonntage fallen entsprechend länger aus als in der Vergangenheit.

Ob sich der gemeinsame Schritt auszahlt, wird sich wohl am deutlichsten an der aktuellen männlichen C-Jugend ablesen lassen. Diese startet zur neuen Spielzeit als einziges JSpG-Team in der Sachsen-Anhalt-Liga. Durch den Rückzieher des SV Anhalt Bernburg vor den eigentlich angesetzten Qualifikationsspielen wurde ein Platz in der Eliteklasse des Landes frei. An der Ehle bestanden kaum Bedenken, die Herausforderung anzugehen: "Da die letztjährige C- und D-Jugend jeweils gute Saisons hingelegt haben, ist das sportliches Potential für diese Liga auf alle Fälle vorhanden. Der Klassenerhalt ist dennoch auch vom Willen aller Beteiligten abhängig", schätzt Jugendwart Koch ein.