Mit dem 2:0 (0:0)-Derbysieg der SG Blau-Weiß Gerwisch bei der TSG Grün-Weiß Möser ist gestern Abend der Startschuss zur Saison 2014/15 in der Kreisoberliga gefallen. 14 Teams streiten sich in dieser Spielzeit um die Krone des kreislichen Fußballs. Doch die Frage ist: Traut sich überhaupt ein Verein, Anspruch auf den Titel zu erheben?

Jerichower Land l Ganz klar: Der FSV Borussia Genthin gilt nach dem knapp verpassten Titel in der vergangenen Saison unter übrigen 13 Mannschaften der Kreisoberliga als Titelkandidat Nummer eins. Doch die Kanalstädter üben sich zur neuen Serie in Bescheidenheit. Spielertrainer Kevin Wolf meint auf die sportlichen Ziele angesprochen: "Der Aufstieg steht für uns nicht an erster Stelle. Natürlich wollen und müssen wir mit unserem Kader oben mitspielen. Das ist ganz klar. Aber Hauptziel ist es, dass die Mannschaft wieder die Lust auf Fußball entwickelt und sie über die Saison hinweg bewahrt."

Von Natur aus heiß gehandelt wird der Absteiger aus der Landesklasse, der SV Traktor Tucheim. Trainer Mike Schnorrer, der auf einen nahezu unveränderten Kader zurückgreifen kann, bremst jedoch die Erwartungen: "Nach einer Saison mit wenigen sportlichen Höhepunkten ist erst einmal Konsolidierung für uns angesagt. Es sind in der Liga einige Unbekannte dabei, ich rechne mit der ein oder anderen Überraschung."

Die "heimlichen Favoriten"

Für diese könnte neben dem TSV Brettin/Roßdorf etwa auch der VfL Gehrden sorgen. In den Vorjahren haben beide stets an der Spitze angeklopft, für den ganz großen Sprung ist es laut VfL-Coach Andreas Schunke aber noch zu früh: "Es schmeichelt uns, dass uns viele auf der Rechnung haben. Zielstellung sind die ersten fünf Plätze." Ähnlich sieht es TSV-Trainer Tino Schmahl: "Man versucht natürlich, immer nach vorn zu schauen. Unsere beiden Neuzugänge geben uns auch diesbezüglich Hoffnung, aber demgegenüber stehen noch immer einige Langzeitverletzte, die uns fehlen. Wir peilen die ersten fünf Ränge an." Weiter aus der Deckung wagt sich dagegen der SV Union Heyrothsberge II. "Da es in diesem Jahr zwei Aufsteiger geben wird, wären wir durchaus gern einer davon. Allerdings holt uns das leidige Thema Verletzungspech schon vor der Saison ein", meint Coach Manfred Mahler vor der zweiten Saison in der Kreisoberliga.

Das gesicherte Mittelfeld

Das Ziel "einstelliger Tabellenplatz" hat sich Mehrzahl der Teams auf die Fahnen geschrieben. Die TSG Grün-Weiß Möser etwa hat in den Worten von Chris Schulz, der zu Saisonbeginn gemeinsam mit Henry Jentzsch das Traineramt bekleidet, "nicht das Ziel, um die goldene Ananas zu spielen. Wir wollen unter die ersten Fünf." Ähnlich sieht es beim Ortnachbarn aus. "Personell sind wir für die Spitze noch nicht reif. Ich sehe uns zwischen Platz zwei und fünf", schätzt René Pinske, Coach der SG Blau-Weiß Gerwisch, ein.

Der Fünfte der Vorsaison, der SV Theeßen 85, will seine Leistung aus der Serie 2013/14 ebenfalls bestätigen. Spielertrainer Martin Prost bringt zu seinem Amtsantritt jedenfalls eine Menge Optimismus mit: "Wir haben einige junge Spieler dazubekommen, die neben den routinierteren für noch mehr Qualität im Kader sorgen. Wenn ich mir etwas wünschen darf, wandeln wir diesmal einige unserer vielen Unentschieden in Siege um." In der Remis-Statistik der vergangenen Saison ebenfalls weit vorn lag der SV Grün-Weiß Bergzow. Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg will das Team auch diesmal nichts mit dem Abstieg zu tun haben. "Wir wollen uns wieder im Tabellenmittelfeld positionieren", lobt Co-Trainer Gordon Ringwelski vorab aus.

Ziel: Klassenerhalt

Frühzeitig aller Sorgen ledig sein will anders als im Vorjahr der SV Ihleburg/Parchau. "Punkte sammeln, um mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Was dann vielleicht zusätzlich kommt, nehmen wir gerne mit", meint Trainer Timo Gehn, dessen Elf mit sieben Neuzugängen wesentlich breiter aufgestellt ist. Ähnlich runderneuert präsentiert sich der Burger BC 08 II. Fünf Abgängen stehen sieben A-Jugendliche gegenüber, die neu in die Mannschaft rücken. "Ganz klar: Wir wollen als oberstes Ziel die Klasse halten", formuliert Coach Maik Plünnecke.

In Konkurrenz dürfte sein Team vorrangig mit den drei Aufsteigern stehen, die ihre Ligatauglichkeit nachweisen wollen. Die Spielgemeinschaft Loburg/Rosian, die DSG Eintracht Gladau und den SV Fortuna Genthin eint eine Prämisse: den Ligaverbleib sichern. Der Gladauer Coach Kai Weber formuliert: "Durch mannschaftliche Geschlossenheit sind wir in der Kreisliga durchgestartet und wollen den eingeschlagenen Weg jetzt fortsetzen. Perspektivisch wollen wir uns nach dem hoffentlich erfolgreichen Klassenerhalt in der Kreisoberliga etablieren."