Gommern/Güsen (vwo/bjr) l Während man beim SV Eintracht Gommern schnellstens die Erinnerung an den vergangenen Sonnabend abhaken möchte, dürfte jener 6. Spieltag der Fußball-Landesklasse II im Gedächtnis von Josef Bonitz lange nachhallen. Der Torjäger des SV Germania Güsen steuerte beim 5:0 (4:0)-Derbysieg drei Treffer bei. Ohnehin atmete der Aufsteiger nach dem ersten Saisonsieg auf.

Nach zuletzt ansprechenden Leistungen lieferte die Eintracht dagegen eine indiskutable Leistung ab. Alle Mannschaftsteile hatten gegen kämpferische Gäste Probleme. Einen besonders schwarzen Tag erwischte jedoch die Abwehr. So fanden die Platzherren kaum in die Zweikämpfe, auch läuferisch war der SVG überlegen. Die Gäste wirkten mannschaftlich geschlossen, wenngleich Bonitz, der alle Freiheiten erhielt, eine kurzweilige Ein-Mann-Show ablieferte. So eröffnete der Mittelstürmer per Heber in der neunten Minute den Torreigen. Die Gegenseite verbuchte durch Tom Sindermann nur eine echte Chance, sein Versuch strich über das SVG-Gehäuse (13.). Bonitz zeigte wie es besser geht und nutzte seine zweite Chance zur 2:0-Führung (20.).

Wie hilflos der SVE wirkte, wurde acht Minuten später deutlich. Bei einem abenteuerlichen Klärungsversuch per Fallrückzieher im Strafraum traf Marcus Hildebrand Güsens Christian Vormeister. Der Gefoulte trat zum fälligen Elfmeter an und sorgte mit dem 3:0 für die Vorentscheidung. Nachdem Justin Schaffrath an Germania-Keeper Andre Meier gescheitert war, wurde es wieder Zeit für Bonitz. Erneut sträflich alleingelassen, besorgte er nach 32 Minuten die 4:0-Führung. Zum Glück aus Sicht der Gastgeber ließ der Mann des Spiels in der 42. und 45. Minute zwei gute Gelegenheiten ungenutzt.

Wenngleich die Güsener nach dem Seitenwechsel einen Gang zurückschalteten, setzten sie die Gommeraner weiter unter Druck. Eintracht-Keeper Andreas Hoffmann wendete drei Minuten nach Wiederbeginn gegen Vormeister einen höheren Rückstand ab. Da bei den Ehlestädtern aus dem Spiel heraus wenig Produktives herauskam, hätte ein Freistoß den Ehrentreffer bescheren können. Der Versuch von Schaffrath krachte jedoch nach 55 Minuten nur an den Pfosten. Drei Minuten später lag auch Andre Wittpahl ein Treffer auf dem Fuß, der Gommeraner Linksaußen scheiterte aber an Meier.

In der Folge neutralisierten sich beide Mannschaften, so dass es kaum noch durchdachte Offensivaktionen gab. In der Schlussphase kamen die Güsener durch einen verwandelten Handelfmeter von Ard Schenk zum 5:0 (83.), das den erhofften Befreiungsschlag aus Güsener Sicht abrundete. Weitere Möglichkeiten durch Tobias Pohl (85.) und Christopher Kopp (88.) vereitelte der Beste unter den Gommeranern, Torhüter Hoffmann.

Während sich der Aufsteiger durch den verdienten Sieg Luft verschaffte, muss sich der SV Eintracht nach der zweiten Derbyniederlage innerhalb einer Woche vorerst nach hinten orientieren. Unstreitbar bedarf es am kommenden Sonnabend einer Steigerung aller Spieler, um gegen "Angstgegner" Kleinmühlingen/Zens vielleicht für eine Überraschung zu sorgen.

SV Eintracht Gommern: Hoffmann - Wehling (46. Weber), Balogh, Hildebrand, Namshaa, Christel (50. Schulze), Simon, Sindermann, Wittpahl (75. Jieanu), Steinke, Schaffrath

SV Germania Güsen: Meier - Lamprecht, Huth, Henning (75. Krüger), C. Kopp, Schenk, Linnecke, Buchheim, Pohl, Vormeister (73. F. Golz), Bonitz (85. Richter)

Tore: 0:1, 0:2 Josef Bonitz (13., 20.), 0:3 Christian Vormeister (26., FE), 0:4 Josef Bonitz (32.), 0:5 Ard Schenk (83., FE); SR: Marcel Hosenthien (Magdeburg), Frank-Detlef Stietzel, Alexander von Berg; ZS: 30