Heyrothsberge (bjr) l Die Gefühlswelt des SV Union Heyrothsberge hat am Sonnabend eine beachtliche Achterbahnfahrt hingelegt. Schuld daran war zum einen das Sportliche, denn der Tag endete mit einem fulminanten 7:1 (2:1)-Heimsieg im Spiel der Landesliga gegen den SV Irxleben. Zuvor war der Fußball jedoch erst einmal in den Hintergrund getreten. Dem Aufsteiger fuhr vor der Partie der Schreck in die Glieder, als bekannt wurde, dass Defensiv-Routinier Daniel Ziemann in einen Verkehrsunfall verwickelt worden war. Außer viel verbeultem Blech war glücklicherweise kein weiterer Schaden zu verzeichnen.

Da auch Tino Raugust passen musste, waren einige Umstellungen im zentralen Union-Mittelfeld die direkte Folge - Änderungen, die dem Spiel der Gastgeber augenscheinlich keinen Abbruch taten, denn sie legten vielversprechend los. Einzig die Chancenverwertung passte bei Versuchen durch Stefan Groth (3.), Mike Pinno (6.) und Tobias Thormeier (20.) noch nicht. Der SVU ließ sich nicht beirren und belohnte sich nach 26 Minuten für seine Beharrlichkeit. "Ein richtig schöner Spielzug", wie Trainer Torsten Völckel beobachtet hatte, führte zu Philipp Spengler, der den Blick auf den freien Pinno in der Mitte hatte - das 1:0. Es folgte die zweite große Schrecksekunde des Tages, als Richard Hartmann nach einer kurzen Unaufmerksamkeit der Heyrothsberger Abwehr zum überraschenden 1:1-Ausgleich traf (30.). Doch die Antwort ließ nur zehn Minuten auf sich warten, als Karsten Völckel einen Freistoß der Unioner aus 20 Metern sehenswert in den Winkel schlenzte - 2:1.

Die zweite Hälfte ließ sich aus Gastgebersicht am ehesten in einem Wort beschreiben: Vorführung. Mochte man nach einer unübersichtlichen Strafraumszene aus der 51. Minute, an deren Ende Mathias Müller den Ball zum 3:1 irgendwie über die Linie spitzelte, noch nicht vollends an den Heimsieg glauben, überrollten die Unioner den Gegner anschließend. Als Schlüsselszene erwies sich dabei ein Handspiel vom Irxlebener Norman Thiele im Strafraum. Die SVI-Proteste gipfelten erst in einer gelb-roten Karte gegen Simon Schwenke (57.), dann im 4:1 durch André Seipolds Nachschuss nachdem Groth vom Elfmeterpunkt gescheitert war. Kurz darauf verwandelte Maik Hoppe den zweiten Strafstoß der Partie, nachdem Kevin Degen das Bein gegen Völckel stehen gelassen hatte - 5:1 (61.). Die Gegenwehr der Gäste war nun gebrochen und so schraubte Heyrothsberge in der Schlussphase das Ergebnis noch weiter nach oben: Erst traf Thormeier nach Einwurf von Pinno im zweiten Versuch per Kopf (83.), dann setzte der Linksaußen in der letzten Szene des Spiels selbst nach einem langen Ball mit dem Kopf den Schlusspunkt zum 7:1.

Heyrothsberge: Behrenwald - Schumburg, Vaz, Müller, Spengler, Hoppe, Thormeier, Völckel, Pinno, Groth (78. Raue), Bach (55. Seipold)

Irxleben: Halangk - Reich, Ulrich, Degen, Thiele, Schott, Schwenke, Pless (77. Bruchmüller), Stier, Hartmann (70. Wittmann), Stoklosa

Tore: 1:0 Mike Pinno (26.), 1:1 Richard Hartmann (30.), 2:1 Karsten Völckel (40.), 3:1 Mathias Müller (51.), 4:1 Andre Seipold (56.), 5:1 Maik Hoppe (61., FE), 6:1 Tobias Thormeier (86.), 7:1 Mike Pinno (89.); SR: Sebastian Goermer (Dessau-Roßlau), Andreas Zepter, Martin Roye; ZS: 98; Gelb-Rot: Simon Schwenke (57.) -Irxleben