Güsen (bjr) l Ob Christopher Bretschneider aus modischen Gründen auf einen Vollbart setzt oder sich der Torhüter des Güsener HC nur für die anstehende Wintersaison rüstet, konnte auch am 2. Spieltag der Handball-Verbandsliga nicht geklärt werden. Während sich sein Team zur neuen Spielzeit personell runderneuert präsentiert, darf aber zumindest im Fall Bretschneiders davon ausgegangen werden, dass es sich nur um eine optische Verwandlung handelte und sich hinter der Gesichtsbehaarung immer noch der Alte verbirgt: Beim 36:25 (17:11)-Heimsieg des GHC über den Glinder HV "Eintracht" vom Sonnabend verzweifelten die Salzländer jedenfalls wieder reihenweise am Schlussmann der Güsener, die den ersten Saisonerfolg unter Dach und Fach brachten.

Spielertrainer Andy Mache hatte also mit seiner Prophezeiung Recht, dass sich seine Sieben im Vergleich zur 24:36-Auftaktniederlage beim BSV 93 Magdeburg II verbessert präsentieren würde. "Schon beim Donnerstagstraining waren wir zwölf Mann, konnten Kombinationen, Spielzüge und das Kreuzen üben. Im Spiel haben dann alle großen Teamgeist gezeigt und bis zuletzt gekämpft." So fanden die Güsener gut in die Partie hinein. Den Grundstein legten sie bereits in der ersten Hälfte, die über die Zwischenstationen 6:2, 10:4 und 14:8 in einer 17:11-Halbzeitführung gipfelte.

In den zweiten 30 Minuten profitierte der GHC dann auch von seiner breiten Bank - im Gegensatz zu den Gästen, die mit neun Spielern angereist waren und zudem früh auf Max Kreyenberg verzichten mussten, der nach einer unsportlichen Geste schon im ersten Durchgang zum Duschen geschickt wurde (27.). Zwar versuchten die Salzländer, über eine 4-0-2-Abwehr die Güsener Halbpositionen aus dem Spiel zu nehmen. Doch einmal von den Mitspielern "geholt" und mit der gewohnten Dynamik traf vor allem Shooter Christian Haßbargen nach Belieben aus dem Rückraum. Von den sich bietenden Räumen profitierten auch andere. Viele Anspiele fanden etwa Kreisspieler Robert Klewe, der mit acht Toren ebenfalls einen sehr guten Tag erwischte. Spätestens mit der 26:17-Führung der Gastgeber (45.) war die Partie entschieden. Den sehenswerten Schlusspunkt setzte wiederum Christian Haßbargen, der mit seinem Dreher zum 36:25 ein feines Händchen bewies.

"Wenn wir an diese Leistung anknüpfen, bin ich auch für die Auswärtsspiele zuversichtlich", blickte Mache voraus. Und Christopher Bretschneider sollte einfach eine altbekannte Sportlerweisheit beherzigen: Wer rasiert, verliert.

Güsener HC: Bretschneider, Teske - K. Haßbargen (2), Schirrmeister (4), Schulz (3), E. Klewe (2), Prause (1), Seydack (1), Lepper, C. Haßbargen (11), R. Klewe (8), Kampe (3), Heitzmann, Mache (1)

Glinder HV "Eintracht": Bartels - Bauer (1), Max Kreyenberg (1), Lugoboni, Klein (1), Recker (1), Martin Kreyenberg (3), Michael Kreyenberg (13), Fechner (5)

Siebenmeter: GHC 3/3 - GHV 5/1; Zeitstrafen: GHC 2 - GHV 3; Rot: Max Kreyenberg (27., Unsportlichkeit) -Glinde