Mit der Bewertung dieses Eröffnungsspieltags in der Tischtennis-Oberliga hielt man sich beim DJK TTV Biederitz noch zurück. "Die zwei Punkte sind okay, wenn wir in der nächsten Woche nachlegen", kommentierte Neuzugang Michél Görner die 6:9-Niederlage in Zeulenroda sowie den 9:7-Heimsieg gegen Schott Jena II.

Biederitz l Zbigniew Kaczmarek wird in dieser Woche vielleicht an sich herunterschauen. Wenn der Blick auf seine Füße fällt, wird sich die Biederitzer Nummer eins fragen: "Czy bylo warto?" Und der Pole wird die Frage, ob es das wert war, mit einem einfachen "tak" beantworten, sie also bejahen. Die Blasen und Druckstellen an den Füßen haben sich für Kaczmarek gelohnt. Das sah auch Ersatzkapitän Görner so: "Er ist ein sensationeller Spieler. `Speedy` ist unersetzbar für uns." Dabei hatte der Teamkollege - ganz menschlich - nur seine Turnschuhe in der Heimat vergessen, spielte das Wochenende in einem zweieinhalb Nummern zu klein geratenen Leihpaar.

Doch genau an der Menschlichkeit von Kaczmarek werden die Gegner in Zeulenroda und Jena gezweifelt haben. Falsches Schuhwerk hin oder her - in seinen vier Einzeln und in den drei Doppeln an der Seite von Mathias Dietrich gab die Biederitzer "Lebensversicherung" kein einziges Spiel ab. So kamen seinen Teamkollegen auch gestern keine Zweifel, als es vor dem Entscheidungsdoppel beim Stand von 8:7 noch einmal eng wurde mit dem angestrebten ersten Sieg. "Vorher haben die Fingernägel mehr gelitten", bekannte Görner. Zwar legten die Seinen gegen die Jenaer Reserve eine zwischenzeitliche 6:1-Führung hin, "aber nach hinten raus haben wir ein bisschen zu sehr die Zügel schleifen lassen." Der Sieg gegen die Schott-Reserve geriet jedoch nicht mehr in Gefahr. Der Doppelspieltag endete wie er begonnen hatte: Mit einem glatten 3:0 des Biederitzer Spitzendoppels.

Nervöser Auftakt

Kaczmarek/Dietrich hatten bereits am Sonnabend beim Post SV Zeulenroda keine Zweifel aufkommen lassen, dass die neue Paarung eine funktionierende ist. In den übrigen Spielen merkte man den Gästen hingegen ihre Nervosität noch an. "Es war für alle das erste Spiel, noch dazu hat sich das Fehlen von Marcus (Schmidt, Anm. d. Red.) bemerkbar gemacht. Wir haben nur schwer hineingefunden", bekannte Görner, der den beruflich verhinderten Teamkapitän trotzdem bestens vertrat. In beiden Spielen gab sich der DJK-Rückkehrer als unermüdlicher Motivator neben den Tischen, wenngleich er den eigenen Auftritt selbstkritisch sah: "Wie Mathias war ich in den Einzeln glücklos." Positive Überraschungen blieben mit Eric Osbar (zwei Punkte) einer der Alteingesessenen sowie mit Marcin Jurkiewicz (ein Punkt) der Ersatzmann aus dem Verbandsliga-Team.

Die nach hinten knappe Auswärtsniederlage sorgte dafür, dass der Druck vor dem gestrigen Duell auf Seiten der Biederitzer lag. Doch diese gingen die Partie gegen Jena II so an, wie man es zum Heimauftakt erwartet hatte: kämpferisch, mit dem Publikum im Rücken und zu jeder Zeit höchst emotional. Allen voran der zweite DJK-Neuzugang Dietrich lieferte sich in der zweiten Einzelrunde im Vergleich der beiden an Zwei gesetzten ein wahres "Duell der Stimmbänder" gegen Philipp Tresselt: Kein Ballwechsel blieb ohne spontanen Ausruf - beim knappen Fünf-Satz-Erfolg durfte der Jenaer seine Freude jedoch einmal öfter hinausschreien. Immerhin: Außer in den - letztlich entscheidenden Doppeln - verbuchte Dietrich zuvor gegen Jan Skvrna (3:2) seine individuelle Punktpremiere für den DJK TTV.

Dieser sieht sich insgesamt nach dem Wochenende in seinem neuen Biotop namens Oberliga, Staffel Mitte, angekommen. Von einem erfolgreichen Start wollte Görner jedoch nur sprechen, wenn in einer Woche auswärts beim SV Dresden-Mitte die Punkte drei und vier eingefahren werden. Zur Vermeidung weiterer Blessuren wäre es in jedem Fall ratsam, am Samstagabend die Sporttasche noch einmal auf Vollständigkeit zu überprüfen.

DJK Biederitz (gegen Post Zeulenroda): Kaczmarek (2,5), Dietrich (0,5), Görner, Osbar (2), Jurkiewicz (1), Franz

DJK Biederitz (gegen Schott Jena II): Kaczmarek (3), Dietrich (2), Görner (1), Osbar (1,5), Jurkiewicz (1,5), Franz