Gommern/Wernigerode (bjr) l Hängende Köpfe und betretene Gesichter sollen bei den Handballern des SV Eintracht Gommern nicht Dauerzustand werden. Nach der bitteren 25:31-Niederlage im Heimspiel gegen den BSV 93 Magdeburg vor einer Woche hofft der Sachsen-Anhalt-Ligist, heute im Auswärtsspiel beim HV Wernigerode (17 Uhr) die passende Antwort liefern zu können.

Bei allem Frust über die erste Saisonniederlage - exklusive des Ausscheidens im HVSA-Pokal - hat die verlorene Partie gegen die Magdeburg aber zumindest aufgezeigt, woran der Aufsteiger gescheitert ist: "Man merkt, dass in der Sachsen-Anhalt-Liga eine andere Qualität vorherrscht. Was uns in der Verbandsliga ausgezeichnet hat - das schnelle Spiel und das konsequente Ausnutzen von Lücken in der gegnerischen Abwehr - das beherrschen nun alle Mannschaften in dieser Spielklasse", formuliert SVE-Coach Dirk Heinrichs. Ziel müsse es daher sein, "unsere Qualitäten nicht über 30 oder 40, sondern über 60 Minuten aufs Parkett zu bringen. Nur so finden wir auch zur nötigen Routine, die uns andere Mannschaften derzeit noch voraus haben."

Allerdings kommt erschwerend hinzu, dass Verletzungs- pech und arbeitsbedingte Ausfälle in dieser Woche den Trainingsbetrieb erschwert haben. Aufgrund von Blessuren aus der Partie gegen den BSV 93 werden Philipp Eckhardt und Gordon Kaffenberger voraussichtlich heute nicht mitwirken können. "Unser Fokus lag daher in den vergangenen Tagen hauptsächlich darauf, passende Alternativen zu den beiden zu finden."

Den weitaus größeren Spielraum bei der Aufstellung besitzt der HVW, der sich allerdings nicht nur in der Breite, sondern auch qualitativ ausgeglichen aufgestellt präsentiert. Heinrichs lobt den Kontrahenten als "ein starkes Team, das ohne großartige Einzelspieler durch mannschaftliche Geschlossenheit besticht". Derweil ließen die Wernigeröder bei der 22:30-Niederlage gegen Aufsteiger Kühnau vor einer Woche die angesprochenen Tugenden ein wenig vermissen. "Alles in allem war es ein gebrauchter Tag", fasste Co-Trainer Marco Götting die Partie gegen den anderen der beiden Aufsteiger zusammen. Er und der hauptverantwortliche Coach Björn Ahlsleben können jedoch heute gegen Gommern bis auf vier Langzeitverletzte (Sebastian Dietrich, Florian Fahrtmann, Tobias Poetzsch und Patrick Erdmann) personell aus dem Vollen schöpfen.

Fraglos wird auf Seiten der Eintracht viel davon abhängen, ob die Mannschaft binnen einer Woche im erhofften Reifeprozess den nächsten Schritt setzen konnte. So legt auch die aktuelle Fair-Play-Tabelle, in der Gommern ganz vorn geführt wird, die Vermutung nahe, dass sich der Aufsteiger bislang zu "grün" präsentiert. "Unserer Defensive kann ich jedoch keinen Vorwurf machen. Ich glaube schon, dass wir eine gewisse und vor allem notwendige Härte mitbringen", stellt der SVE-Trainer klar. Ruhe und Abgeklärtheit müssen sich dagegen in den kommenden Wochen noch entwickeln.