Schönebeck l Christoph Bretschneider hatte nun wahrlich keinen schlechten Tag erwischt, parierte acht Würfe auf den Kasten des Güsener HC, darunter einen Siebenmeter. Doch der Wechsel zu André Teske in der zweiten Hälfte war beinahe Gold wert. Mit 15 gehaltenen Bällen trug er maßgeblich dazu bei, dass der Handball-Verbandsligist den 12:17-Rückstand zur Pause bei der SG Lok Schönebeck zum 26:26 ausgleichen konnte. Am Ende fehlte lediglich die Krönung der Aufholjagd, der GHC unterlag mit 29:30 denkbar knapp.

Vielleicht wäre Christian Haßbargen die bessere Wahl gewesen, diesen letzten Freiwurf nach der Schlusssirene auszuführen. Der Rückraum-Hüne des GHC hatte zuvor nicht nur zwölf Treffer erzielt und alle acht Siebenmeter traumwandlerisch sicher im Lok-Tor untergebracht, er biss auch auf die Zähne, als er ohne Einwirkung eines Gegenspielers umgeknickt war (40. Er markierte in der Folge sogar noch Kontertore und hatte überhaupt ein gutes Händchen. Doch den Versuch führte sein Bruder Kevin aus - ebenfalls verständlich, schließlich glich er mit einem schnell ausgeführten Freiwurf kurz zuvor zum 29:29 (59.) aus. Doch er blieb bei dieser absolut undankbaren Aufgabe erst in der Sechs-Mann-Mauer und dann am Torwart hängen, womit die Niederlage besiegelt war.

Güsen startete gut in dieser Partie, führte schnell mit 3:0, weil sich der Gastgeber drei Fehlwürfe und einen Ballverlust erlaubte. Doch in der Folge bekam man Sebastian Roost auf Linksaußen nicht in den Griff, er erzielte sieben Treffer in der Partie. Erst nach etwa 15 Minuten hatte sich der GHC darauf eingestellt. Aufgrund von zehn Ballverlusten der Gäste durften die Schönebecker einfache Tore erzielen und sich somit ein Polster zur Pause erspielen.

Nach dem Wechsel trat die 6-0-Deckung der Gastgeber nicht mehr so energisch auf den Rückraum hinaus, die beiden Haßbargen-Brüder verwandelten ihre Versuche oder setzten ihre Mitspieler in Szene, sodass der Rückstand von Christian Haßbargen zum 23:25 (48.) verkürzt und per Siebenmeter zum 26:26 (55.) neutralisiert wurde.

In den letzten fünf Minuten gab es einen offenen Schlagabtausch, in dem Lok vor allem von links außen traf und Güsen trotz Unterzahl stark dagegenhielt. Bis Martin Schröder, der über die gesamte Partie gut verteidigt wurde, die 30:29-Führung erzielte und Kevin Haßbargen mit dem schwierigen Wurf hängen blieb.

Lok Schönebeck: Knörich - Bauer (2), Warschkau (4), Kazmierowski (2/2), Mattisseck (2), Meißner, Blumenthal (2), Roost (7), Schröder (6), Krause (4), Meyer (1), Prokop

Güsener HC: Bretschneider, Teske - K. Haßbargen (5), Schulz (4), E. Klewe (1), Prause (1), Seydack, Lepper, C. Haßbargen (12/8), R. Klewe (4), Kampe (1), Heitzmann (1), Gerlach

Siebenmeter: Schönebeck 6/3 - Güsen 8/8; Zeitstrafen: Schönebeck 2 - Güsen 6; Rot: Stefan Kazmierowski (21:03 Minuten) -Schönebeck-