Magdeburg/Heyrothsberge (bjr) l Wohin nur mit der ganzen Wut, wird sich Stefan Groth gefragt haben. Wut darüber, dass sein Einsatz im Auswärtsspiel der Fußball-Landesliga beim VfB Ottersleben nach 70 Minuten verletzungsbedingt vorbei war. Darüber, dass Sebastian Jaffke, der ihn zuvor umgegrätscht hatte, mit der Gelben Karte davonkam. Darüber, dass der SV Union Heyrothsberge mit 0:3 zurücklag. Darüber, dass der Kapitän seinem Team nicht helfen konnte und es am Ende mit 1:4 (0:3) unterlag. Groth wählte den direkten Weg, ließ beim Gang in die Kabine kein Wortgefecht aus und wütete soviel der geschundene Körper noch hergab. Dabei hätte es aus Sicht des SV Union am Sonnabend genau das gebraucht: Jemanden, der sich wehrt - auf und nicht neben dem Platz.

Vor allem aber fehlte es den Gästen einmal mehr am derzeit vermissten Torriecher. So erkämpfte sich Mike Pinno nach vier Minuten den Ball auf der rechten Seite, vergab jedoch anschließend. Nach einer Viertelstunde stand Thomas Müller am Ende einer starken Kombination frei vor VfB-Keeper Sebastian Schulze, schob jedoch am Torhütereck vorbei. Fünf Minuten später behinderten sich Marcus-Antonio Bach und Pinno gegenseitig beim Torabschluss. Derweil hatten die Platzherren verdeutlicht, was sie unter Effektivität verstehen, als Matthias Dieterichs als einziger VfB-Spieler unter drei Unionern zum 1:0 einköpfte (6.).

Es kam noch dicker. Mit seiner dritten Chance kombinierte sich der VfB über links durch, Union-Keeper Christopher Biegelmeier stürmte aus dem Tor und bekam den Ball wie zur Demütigung knapp an den Fingern vorbeigelegt. Den Gästekeeper traf indes die wenigste Schuld. Beim Elfmeter zum 3:0 war er machtlos (36.), gegen Marco Leschowski parierte er stark im Eins-gegen-Eins (43.) und Aldo Schmeil verweigerte er die Genugtuung, gegen seinen Ex-Club per Elfmeter nachzulegen (50.).

Die Unioner waren in der zweiten Halbzeit bemüht, nach vorn zu spielen. Der VfB lauerte auf weitere Fehler oder trat durch übertriebenen Einsatz in den Zweikämpfen in Erscheinung. Nachdem Philipp Spengler von der Mittellinie aus allein allein auf Schulze loslief und wiederum scheiterte, war auch der letzte Gästewille gebrochen (80.). Beim vierten Gegentreffer durch Jaffke stellte Heyrothsberge die Gegenwehr ein (86.). Tino Raugusts Treffer nach Pass von Karsten Völckel zum 1:4 in der Nachspielzeit hatte nur statistischen Wert.

Nach der sechsten Auswärtspleite sind bei den Unionern Wege aus der Krise gefragt. Ansätze lieferte die Kurzanalyse von Coach Torsten Völckel: "Wir schlagen uns selbst. Den Gegentreffern gehen teils krasse Ballverluste voraus und wie wir uns vor dem gegnerischen Tor verhalten, sollten wir ganz stark hinterfragen."

SV Union Heyrothsberge: Biegelmeier - Schumburg, Vaz, Thormeier, Spengler (80. Tennstaedt), Raugust, Müller, Völckel, Pinno, Groth (70. Seipold), Bach (62. Raue)

Tore: 1:0 Matthias Dieterichs (6.), 2:0 Sebastian Jaffke (32.), 3:0 Marco Leschowski (36., FE), 4:0 Sebastian Jaffke (86.), 4:1 Tino Raugust (90.+2); SR: Marcus Peter (Arnstedt), Gerald Hentrich, Oliver Neubert; ZS: 84