Die Handballer des SV Eintracht Gommern fanden beim Gastspiel gegen den SV Germania Borne wieder in die Erfolgsspur zurück. Mit dem 35:24 (17:12)-Erfolg kletterte der Sachsen-Anhalt-Ligist auf Rang sieben der Tabelle.

Wolmirsleben/Gommern l Dabei starteten beide Seiten auf Augenhöhe. Eine Viertelstunde lang war noch keine Spur davon, dass es am Ende so deutlich für Gommern ausgehen würde. "Bis zum zwischenzeitlichen 6:6 war es ein gegenseitiges Abtasten", sagte Eintracht-Trainer Dirk Heinrichs. "Beide Seiten kannten Stärken und Schwächen des jeweiligen Gegners nicht." Aber dann gelang es den Gästen, den Hebel erfolgreich umzulegen. Bornes Steffen Halfpap, der selbst vier Treffer erzielte, wurde nun in Manndeckung und aus dem Geschehen genommen, aber auch die anderen Gommeraner packten beherzt zu und standen hinten sicher.

Dies traf auf Bornes Deckung nicht immer zu. Zwei tiefstehende Außen der Gäste zogen die Deckung immer wieder in die Breite, wodurch sich Lücken ergaben, die gezielt gesucht wurden. Gommerns Taktik ging auf. Oft war es Germania-Keeper Bastian Krautwald, der die Kohlen aus dem Feuer holen musste - "eine gute Torhüter-Leistung", erkannte auch Heinrichs an. Doch zu häufig war er machtlos, sodass die Gäste kontinuierlich erhöhten. Da spielte auch die notgedrungene Herausnahme von Halfpap mit hinein, der frühzeitig zwei Zeitstrafen erhielt. Auch die Moral sank bei den Hausherren zunehmend. So hatte Gommern zur Pause einen komfortablen Fünf-Tore-Vorsprung.

Nach dem Seitenwechsel verkürzten die Gastgeber zwar noch einmal auf drei Treffer, doch suchte die Germania den Abschluss überhastet. Halfpap bezeichnete die Versuche, die statt eines Spielzuges voreilig genommen wurden, als "Schweinewürfe". Und diese häuften sich nun, auch weil der SVE-Abwehrblock fast immer richtig stand oder Robin Salm beziehungsweise Julian Hartung im Tor der Eintracht parierten. So verpufften immer mehr Borne-Angriffe im Nichts, was die Gäste dankbar annahmen und konterten. Je länger die Partie dauerte, desto überlegener wirkte der SVE.

Trotz des Leistungsunterschieds gaben sich die Hausherren nicht auf. Allerdings setzte Borne nicht immer auf die richtigen Mittel. Vorn wurde immer wieder die Brechstange ausgepackt - mit mäßigem Erfolg. Moralisch erschwerend kam hinzu, dass sich nun Zeitstrafen für die Gastgeber häuften, bei denen sich Halfpap "mehr Fingerspitzengefühl" seitens der Unparteiischen gewünscht hätte.

Schließlich ertönte nach 60 Minuten die Sirene und bescheinigte den Gästen den dritten Saisonsieg. "Die zwei Punkte sind ganz wichtig für uns. Und nicht nur die, auch die Tordifferenz", sagte Gommerns Trainer. Nach der 24:33-Niederlage gegen Calbe sei dies für das Verhältnis und den Blick auf die Tabelle wichtig gewesen. "Dafür haben alle gekämpft", so Heinrichs und auch die "Edelfans", wie der Trainer die mitgereisten Zuschauer nannte, bekamen ein Lob. Dafür hallten ihre Siegeslieder noch lange durch die Halle.

SV Germania Borne: Krautwald, Brinkmann - Lahne (2), Schulke (4), Schafflik (2), Neugebauer, Hagemeyer (2), Halfpap (4), Fink (2), Süssig, Scholz (1), Prosowski (7)

SV Eintracht Gommern: Hartung, Salm - Eckhardt (1), Koch, D. Einwiller (5), Schröder (1), Schäde (4), Kaffenberger (6), Kaese (2), Herrmann (1), Schmidt (3), Bomke (5), Lindner (7)

Siebenmeter: Borne 6/3 - Gommern 4/4; Zeitstrafen: Borne 9 - Gommern 8; Rot: Ronny Schafflik (Foulspiel, 39.), Steffen Halfpap (3x2 Minuten, 44.), Prosowski (Meckern, 60.) -alle Borne-