Die Verbandsliga-Handballer des Güsener HC wussten nach der Schlusssirene und dem 32:32 (13:15)-Unentschieden vom Sonnabend in eigener Halle nicht, ob sie damit zufrieden sein sollten oder ob die Enttäuschung über einen verlorenen Punkt gegen die HSG Osterburg überwog.

Güsen l Die Silverstar-Achterbahn im Europa-Park Rust zieht adrenalinwillige Mitfahrer erst auf 73 Meter in die Höhe, ehe die Fahrgäste mit der Spitzengeschwindigkeit von 127 Stundenkilometern wieder gen Erdboden rasen. Nach der Fahrt in Deutschlands höchster und zweitschnellster Achterbahn sind die Knie zittrig und der Blick vielleicht noch etwas unsicher. Ähnlich dürfte es auch Güsens Spielertrainer Andy Mache nach der Partie gegen die HSG Osterburg gegangen sein.

Grübelnd stand der GHC-Verantwortliche nach der Schlusssirene auf dem Parkett der Elbe-Havel-Sporthalle. Seine Sieben hatte ihm und den Zuschauern eine ordentliche Achterbahnfahrt geboten. Der Start verlief dabei allerdings eher ruckelnd. Die Altmärker hatten stets mit bis zu zwei Treffern die Nase vorn. Wenn die Güsener auch ab und an auf einen Treffer verkürzten oder ausglichen, selbst in Führung gingen die Hausherren nie. Verantwortlich dafür war neben einer nicht ganz konsequenten Deckung auch das Wurfverhalten. Zu oft scheiterten die Güsener an Mario Schrödte im Kasten der HSG. So hieß es zur Pause 13:15 aus Sicht der Gastgeber.

Welche Worte es auch immer waren, die Mache und sein Co-Trainer Thomas Lepper in der Pause fanden, sie beschleunigten die Kevin Haßbargen und Co. deutlich. Die Gäste erzielten zwar den ersten Treffer, doch in der Folge trafen die Güsener fünfmal hintereinander. Ausschlaggebend dafür war eine Steigerung im Abwehrverbund der Hausherren. Die daraus resultierenden Tempogegenstöße wurden nun sicher im Gehäuse der Osterburger untergebracht. So erzielte Florian Hennig in der 35. Minute die erste Führung der Gastgeber. Einige Fans dürften beim Stand von 19:17 wohl auch schon gedacht haben, die Güsener hätten den Sieg bereits sicher. Doch die ersatzgeschwächte Sieben aus Osterburg ließ nicht nach, hielt stets Anschluss und glich zehn Minuten vor dem Ende zum 24:24 aus. Nach drei weiteren Toren für die Altmärker sahen sich alle Anwesenden wohl bereits mit mindestens 127 Stundenkilometern auf eine Niederlage zurasen. Doch nach einem stetigen Auf und ab, bei dem die Gäste stets einen Treffer vorlegten, gelang es Kevin Haßbargen per Freiwurf, den 32:32-Endstand mit der Schlusssirene zu erzielen.

Während den Zuschauern wohl noch die Knie zitterten, haderte GHC-Trainer Mache: "In der Abwehr fehlte uns heute die Spannung und im Angriff haben wir zu viele Chancen vergeben. In Anbetracht unserer vollen Bank ist das Remis sehr ärgerlich." Versöhnlich stimmte den Coach aber die Tatsache, "dass wir bis zum Schluss als Mannschaft gekämpft haben".

Güsener HC: Bretschneider, Teske - K. Haßbargen (7/1), Schirrmeister (3), Schulz (2), E. Klewe (1), Prause (4), Sydak, K. Lepper, Hennig (6), R. Klewe (2), Kampe (3), Ch. Haßbargen (3/3)

Siebenmeter: GHC 5/4 - 8/6 HSG; Zeitstrafen: GHC 6 - 3 HSG