Bevor es für die Handballer des SV Eintracht Gommern (8.) in die wohlverdiente Weihnachtspause geht, will der Sachsen-Anhalt-Ligist heute um 17 Uhr noch einmal auf heimischem Parkett gegen eine Mannschaft von der Tabellenspitze bestehen. Doch der Zweitplatzierte SV Langenweddingen schiebt die Favoritenrolle von sich.

Gommern l Grund für das Understatement des amtierenden Landesmeisters ist die angespannte Personalsituation. Mit Alexander Rohr, Nick Bollmann und Stefan Schult fehlen drei Spieler definitiv. Hinzu kommen Carlo Bzdok, Sebastian Schneider und Tim Heine, deren Einsätze zumindest fraglich sind. Bei der Frage nach der Favoritenrolle und dem Tiefstapeln der Gäste, muss Eintracht-Trainer Dirk Heinrichs lachen: "Die Tabellensituation sagt eindeutig, dass der Druck bei Langenweddingen liegt. Zumal der SVL auch zu den vergangenen Partien nicht unbedingt mit dem größten Kader angereist ist und dennoch stets gewonnen hat."

Lediglich gegen den Landsberger HV und die TSG Calbe verbuchten die Sülzetaler Niederlagen. Zumal die Gäste am vergangenen Wochenende die SG Kühnau mit 28:27 bezwangen, also durchaus mit Selbstvertrauen und einer ganzen Horde Gästefans anreisen dürften. All das macht Gommerns Coach jedoch keine Angst: "Wir können befreit aufspielen und unsere eigenen Fans werden schon für Stimmung sorgen."

Bei den Gästen ist lediglich der Einsatz von Robin Salm fraglich. Im Training unter der Woche musste Heinrichs zwar auf den ein oder anderen Akteur arbeitsbedingt verzichten, doch ist er dennoch zuversichtlich. "Das Unentschieden von voriger Woche (26:26 gegen Haldensleben; Anm. d. Red.) ist ausgewertet und wir haben noch einmal an unseren Abschlüssen gearbeitet", gibt sich der SVE-Trainer zuversichtlich.

Während die Gäste allem Understatement zum Trotz doch hoffen, dass sie im für sie vorletzten Spiel des Jahres zwei Zähler aus Gommern entführen, um sicher auf der Spitzenposition zu überwintern und sich damit ein nettes Nikolausgeschenk zu machen, schwelgt Heinrichs in Erinnerungen an das Pokalspiel im vergangenen Jahr.

In der zweiten Runde des HVSA-Cups traf die Eintracht, damals noch Verbandsligist, schon einmal auf den SVL und brachte die Gäste an den Rand einer Niederlage. Erst in der Verlängerung gelang den Sülzetalern der 35:33-Sieg. "Wir haben uns gut geschlagen damals und die Atmosphäre war spitze, ein richtiges Highlight eben." Sorgen bereitet dem SVE-Trainer heute lediglich der mentale Zustand seiner Spieler: "Wir haben uns als Mannschaft gefunden und sind auch körperlich sehr fit, nur der Kopf spielt nicht immer mit."