Zum Abschluss der Hinrunde flatterten dem SV Eintracht Gommern in der Handball-Sachsen-Anhalt-Liga noch einmal die Nerven. Der einhellige Tenor: Bei der vermeidbaren 21:23 (14:11)-Heimniederlage gegen den SV Langenweddingen ist der Aufsteiger weniger am Gegner, als vielmehr an sich selbst gescheitert.

Gommern l Es ist Dirk Heinrichs natürlich nicht verborgen geblieben, dass seine Sieben den SVL bereits dort hatte, wo er ihn haben wollte. Im Gedächtnis blieben dem Eintracht-Coach aus 60 emotionalen Minuten vor allem jene Augenblicke vor der Pause, als die Gäste aus dem Sülzetal ein Bild abgaben, das so gar nicht zu einem amtierenden Landesmeister passen wollte: "In den letzten zwei, drei Minuten der ersten Halbzeit hat sich die Hälfte der SVL-Spieler auf den Knien abgestützt und fragend angesehen."

Die Bildsprache beim zwischenzeitlichen 13:9 (28.) war eindeutig. Und es war vor allem die Folge aus konsequentem Gommeraner Tempohandball: Wenn die junge SVE-Sieben aufs Gaspedal drückte, Ballgewinne in der Abwehr durch erste und zweite Welle in einfache Tore ummünzte, hinkte selbst ein routiniertes Team, das seit Jahren das Niveau in der Sachsen-Anhalt-Liga mitbestimmt, nur hinterher. Zugegeben: Die Gäste um Coach Markus Deinert traten personell geschwächt an, doch eine derartige Schützenhilfe, wie sie die Gommeraner vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit lieferten, hätte es wahrlich nicht gebraucht.

Stolze zwölf Minuten blieb der SVE nach Wiederbeginn ohne Torerfolg. Langenweddingen zog vom 11:14 zur Pause zum 15:14 an den Gastgebern vorbei (40.) und ließ sich in der Folge die Führung nicht mehr nehmen. "Wir haben den Start in die zweite Hälfte verschlafen", bekannte auch Heinrichs, den vor allem der eigene Positionsangriff zur Verzweiflung trieb. Weder aus dem Rückraum, noch von den Außen konnte die Eintracht Akzente setzen. Stattdessen lief das Spiel konsequent über die Mitte, wo zahlreiche Anspiele an den Kreis in Langenweddinger Händen landeten. Wenn sich ein Gommeraner schließlich doch ein Herz fasste, wirkten die Würfe meist überhastet. "Körperlich und von der Spielanlage her können wir mit den meisten Teams mithalten. Was uns in dieser Phase ausgebremst hat, war der Kopf. Wir besitzen noch nicht die Routine, um über 60 Minuten unser Spiel durchzubringen", analysierte der Coach. So fuhren die Gäste über die Stationen 19:17 (50.) und 21:19 (56.) den letztlich verdienten Erfolg ein.

Eigentlich war der Favorit auch in der ersten Halbzeit schon einmal auf die Siegerstraße eingebogen. Ähnlich, wenn auch nicht ganz so folgenschwer wie der "Stotterstart" in Hälfte zwei waren bereits die ersten Minuten bis zum 1:4 (10.) verlaufen. Während die 6-0-Abwehr der Eintracht solide Arbeit verrichtete, Torhüter Julian Hartung mit zehn Paraden im ersten Abschnitt eine starke Leistung bot, fiel den Gastgebern im Angriff zu wenig ein. Als erfolgbringend erwies sich gegen die 5-1-Deckung des SVL schließlich die Umstellung auf zwei Kreisspieler. Tor um Tor holte der SVE auf und übernahm beim 6:5 (15.) erstmals selbst die Führung. Am Ende sollte sich jedoch zeigen, dass die Langenweddinger nur deshalb in die Knie gegangen waren, um Schwung für die zweite Halbzeit zu holen.

SV Eintracht Gommern: Hartung, Salm - Eckhardt (3), D. Einwiller (2), Schröder, Hennig, Schäde (1), Böttcher (2), Kaffenberger (2), Kaese, Herrmann (4), Schmidt (6), Bomke, Lindner (1)

SV Langenweddingen: Krüger, Illig - Bzdok, Schult (4), Schneider (5), Scheller (5), Hohmann, Friedrich (4), Deutscher (2), Heine (3)

Siebenmeter: SVE 6/4 - SVL 5/5; Zeitstrafen: SVE 3 - SVL 3