Magdeburg/Güsen (bjr) l Auch am Tag danach hatte Hartmut Kober noch keine rationale Erklärung dafür gefunden, was den von ihn trainierten Landesklasse-Fußballern des SV Germania Güsen am Sonnabend widerfahren ist. Wäre die 1:3 (1:0)-Niederlage beim FC Zukunft Magdeburg durch nachlassende Kräfte, unglückliche Umstände oder einen übermächtigen Gegner zustande gekommen, wäre dies zumindest hinnehmbar gewesen. So aber: "Es gibt Spiele, für die man keine Worte, keine Erklärung findet. Wir haben einfach nach der Halbzeitpause das Fußballspielen eingestellt", fasste der Trainer das wenig Fassbare zusammen.

Vor Minuskulisse von gerade einmal 27 Zuschauern verlief für die Gäste jedoch zunächst alles so, wie sie es sich im Vorfeld des "Sechs-Punkte-Spiels" erhofft hatten. Die Güsener waren in Halbzeit eins das spielbestimmende Team und verzeichneten ein Chancenplus. Das von Kober geforderte Spiel über die Außen setzte der SV Germania gut um. Nach einem Eckball besorgte Tobias Pohl die verdiente 1:0-Führung (20.). Wenn sich die Gäste bis zum Pausenpfiff einen Vorwurf gefallen lassen mussten, dann jenen, nicht für noch klarere Verhältnisse gesorgt zu haben. "In der Pause gab es folglich wenig zu kritisieren. Wir mussten eigentlich nur genau so weiterspielen. Ich war eigentlich guter Dinge", blickte Kober auf seine Halbzeitansprache zurück.

Doch statt an den mutigen Auftritt aus Hälfte eins anzuknüpfen, verfielen die Güsener mit Wiederbeginn in eine regelrechte Schockstarre. Verunsicherung sprach aus jeder Aktion, im Spielaufbau wurde die nötige Ruhe vermisst. Stattdessen überließen die Gäste den Platzherren das Feld. Diese ließen sich nicht lange bitten und drehten binnen zwölf Minuten die Partie zur 2:1-Führung (57.). "Wir haben einen Gegner, der eigentlich nicht viel zu bestellen hatte, wieder aufgebaut", sagte der SVG-Trainer. Weil seine Elf nichts mehr entgegenzusetzen hatte, räumte der FCZ mit dem 3:1 kurz vor Ultimo letzte Zweifel aus.

Somit schließt der Aufsteiger die Hinrunde auf dem ersten Abstiegsplatz ab. Ernüchtert, aber nicht am Boden zerstört will das Team am kommenden Sonnabend im ersten Rückrundenspiel beim TuS Magdeburg-Neustadt Schwung für die zweite Halbserie holen. "Die anschließende Winterpause kommt uns dennoch gelegen, um sich seine Gedanken zu machen. Das gilt für die Mannschaft genauso wie für den Trainer", sagte Kober abschließend.

FC Zukunft Magdeburg: Gotthardt - Dänecke, Uhlig, Koderisch, Nagel, Hausmann, Herbst (86. Meier), Karg (73. Brasch), Papazissis, Glockmann, Kemter (89. Hoffmann)

SV Germania Güsen: Meier - Henning, T. Lamprecht, Schüßler, Linnecke, C. Kopp, Huth (86. F. Golz), Pohl, F. Lamprecht (64. Schenk), Vormeister, Bonitz

Tore: 0:1 Tobias Pohl (20.), 1:1 Patrick Kemter (47.), 2:1 Dominik Hausmann (57.), 3:1 Henning Hoffmann (89.); SR: Rolf Vorsprach (Gardelegen), Maximilian Presser, Harald Schmidt; ZS: 27