Klang das Tischtennis-Jahr 2014 für den DJK TTV Biederitz mit einem 9:3-Sieg in Schwarzenberg erfolgreich aus, begann am Sonnabend auch die Rückrunde in der Oberliga, Staffel Mitte, vielversprechend. Mit 9:3 schickte der Ehle-Sechser den SV Dresden-Mitte 1950 wieder auf die Heimreise.

Biederitz l Es war allein die Selbstbeherrschung, die Michél Görner am Sonnabend vor Schlimmerem - ja, vielleicht sogar vor einer körperlichen Auseinandersetzung - bewahrte. In der ersten Einzelrunde traf die Biederitzer Nummer vier auf seinen ganz speziellen Oberliga-"Freund" Andreas-Christian Nack. Wann immer der Dresdner servierte, waren starke Nerven gefragt. Viermal, sechsmal, zuweilen zwölfmal - der persönliche Tick schrieb vor, das Spielgerät vor jedem Aufschlag in schier endloser Folge auf dem Tisch auftippen zulassen. Und gleich das nächste Übel aus Gegnersicht: "Fast jeder der Aufschläge kommt verdeckt. Wenn der Schiedsrichter nichts dagegen sagt, wird man als Spieler wahnsinnig. Letztlich wusste ich nicht, auf wen ich wütender sein sollte - auf mich oder meinen Gegner", schilderte Görner die widrigen Umstände, unter denen er sein Spiel entnervt mit 0:3 abgab - ähnlich wie schon während des Hinspiels (9:4).

Dass der Biederitzer und seine Teamkollegen über die kurze Lektion in tischtennis-pschologischer Kriegsführung schon am späten Samstagabend schmunzeln konnten, lag daran, dass der Gesamterfolg des DJK TTV zu keiner Zeit in Gefahr geriet. "Wir haben die Hinrunde als Dritter beendet. Wenn wir weiter oben dranbleiben wollen, ist ein Sieg gegen Dresden-Mitte eigentlich schon Pflicht."

In diesem Bewusstsein ging der Ehle-Sechser das erste Heimspiel des Jahres voll fokussiert an. Mit einer 2:1-Führung aus den Doppeln hervorgegangen, stellten die Biederitzer bereits in der ersten Einzelrunde die Weichen auf Sieg. Das obere Paarkreuz mit Zbigniew Kaczmarek und Mathias Dietrich gab sich mit 3:0- und 3:1-Erfolgen keine Blöße. Eric Osbar an drei und Teamkapitän Marcus Schmidt an fünf legten ebenso wacklerfrei nach.

DJK-Youngster Klaidas Baranauskas zahlte zwar wie im Doppel an der Seite von Osbar in seinem Einzel gegen Valentin Mindergasov aufs Lehrgeldkonto ein (1:3), bot nach zwei verkorksten Startsätzen dennoch stark Paroli. Mit drei weiteren Siegen an den Positionen eins bis drei in der zweiten Einzelrunde brachte der Gastgeber das Spiel schließlich sicher nach Hause.

Die gute Form gilt es nun über drei Wochen hinweg zu konservieren. Nach den sachsen-anhaltischen und Berliner Meisterschaften am kommenden Wochenende warten mit den Duellen gegen Mühlhausen III und Hettstedt die Biederitzer "Wochen der Wahrheit". "In diesen Partien wird sich zeigen, ob wir noch einmal angreifen können. Nachdem wir beide Spiele in der Hinrunde nicht gewinnen konnten, wäre es natürlich optimal, wenn wir mit drei Punkten aus den Rückspielen hervorgehen." Starke Nerven könnten sich dann in jedem Fall auszahlen.

DJK TTV Biederitz: Kaczmarek (2,5), Dietrich (2,5), Osbar (2), Görner (0,5), Schmidt (1,5), Baranauskas