Nach Startschwierigkeiten in der Handball-Nordliga legte die SG Fortschritt Burg zum Hinrundenende der Saison 2014/15 noch eine Siegesserie hin, die die Ihlestädter auf Tabellenplatz zwei abschließen ließ. Das absolute Prunkstück der Burger Sieben ist dabei eindeutig die Deckung.

Burg (rte/ahf) l Neben der guten Defensivleistung ist auch die Stimmung in der Mannschaft ein großer Pluspunkt der SG. "Wenn einer der Leistungsträger einen schlechten Tag hatte, sprangen die anderen ein", äußerte Fortschritt-Trainer Hendrik Kurth über den Zusammenhalt seiner Sieben. Weiterer positiver Aspekt für die gute Hinserie war die Tatsache, dass der Tabellenzweite größtenteils vom Verletzungspech verschont blieb. Bis auf Chris Lüngen, der pünktlich zur Rückrunde wieder an Bord war, konnte Kurth in den meisten Spielen auf alle Spieler zurückgreifen.

Dabei sah es zu Beginn der Nordligaserie nicht so aus, als würden die Ihlestädter oben mitmischen. Einige der Fans glaubten an ein Deja-vu-Erlebnis, als nach den ersten beiden Spieltagen und zwei Niederlagen (26:29 gegen Barleben und 21:25 gegen Klötze) null Punkte auf der Habenseite der Fortschritt-Männer standen.

Ausgerechnet beim Angstgegner und heimstarken HV Lok Stendal entführte die SG die ersten zwei Zähler. Mit 33:30 feierten die Ihlestädter einen überraschenden, aber verdienten Erfolg über den Staffelfavoriten. Auch im Derby gegen den Möckeraner TV behielt die SG in heimischer Halle mit 26:19 souverän die Oberhand. Im anschließenden Auswärtsspiel beim Magdeburger SV 90 zeigte die Fortschritt-Sieben den bislang enttäuschendsten Auftritt. Die Abwehr stand ungewohnt unsicher und im Angriff wurde zu ideenlos agiert. Dies reichte nur bis zur 54. Minute. Danach drehten die bis dahin ebenfalls blass gebliebenen Landeshauptstädter auf und gingen ihrerseits in Führung.

Niederlage gegen MSV 90 ist Ende der Negativserie

Ein Gutes hatte diese vermeidbare Niederlage jedoch - sie war der Wendepunkt für Burg. Fortan gewannen die Kurth-Mannen bis zur Weihnachtspause alle Ligaspiele. Einzig im Pokal mussten sie sich gegen den SV Oebisfelde IV geschlagen geben. Den Anfang der Erfolgsserie brachte das Heimspiel gegen die Reserve des Post SV Magdeburg. Mit 30:22 wurde die junge Mannschaft souverän bezwungen. Zum immer besser werdenden Abwehrverbund gesellte sich nun auch noch ein schnelles Angriffsspiel. In der Nordcup-Begegnung gegen den HV Lok Stendal behielt erneut Burg mit 30:26 die Oberhand. In dieser Partie zeigte sich erstmals ein weiterer Trumpf auf Fortschritt-Seite. Die gut besetzte Bank und die starke Vorbereitung machte deutlich, dass auch nach hinten raus noch genügend Reserven da sind. Ein Ausrufezeichen setzte dabei Kapitän Mathias Lange. Neben seinen wichtigen Toren vom Kreis und etlichen herausgeholten Strafwürfen, zählt das schnelle Spiel nach Ballgewinnen in der Abwehr nun zu seinen Vorlieben: "Ich fühle mich fitter denn je", so der Leitwolf über seinen guten Fitnesszustand.

In den nächsten zwei Spielen gewannen die Burger jeweils mit zehn Toren Unterschied (beim BSV 93 Magdeburg III mit 28:18 und gegen Haldensleben II mit 27:17). Dabei zeigte sich immer wieder die gute Abwehrarbeit gepaart mit einem soliden Angriff. Das Auswärtsspiel beim MTV Weferlingen kostete die Ihlestädter zwar viel Kraft, doch entführten sie beim knappen 22:21 die Zähler. Zum letzten Hinrundenspiel gastierte die in dieser Saison schwache SG Neuferchau/Kunrau in Burg. Mit 32:22 wurde allerdings auch diese Aufgabe souverän gelöst.

Somit war der fünfte Sieg in Serie und Platz zwei in der Tabelle die Belohnung für eine starke Hinrunde, bei der die Ihlestädter allen sechs Spitzenmannschaften der Nordliga auswärts begegneten. "Die Stimmung ist gut und auch alle Ersatzspieler zeigen die Leistung, die ich mir erhoffe. So habe ich viele Möglichkeiten zu rotieren und meine Jungs sparen Kraft. Das kann zum Ende der Saison für uns zum Vorteil werden", kommentierte SG-Trainer Kurth die Hinrunde. Die ersten absolvierten Spiele geben ihm Recht (38:29 gegen BHC und 31:21 gegen Klötze). Damit ist Burg seit nunmehr sieben Partien in Folge ungeschlagen.

SG Fortschritt Burg: Bünger (Spiele: 10/Tore: 1), Gerlach (5/-), Wegner (8/-) - Katillus (10/16/), Herrmann (10/19), Teßmann (10/54), Barkholz (9/17), Wöhe (9/21), Scholz (7/15), Lange (10/38), Weigel (10/41), Winkler (6/1), Wucherpfennig (9/7), Sommerfeld (9/33)