Der SV Germania Güsen vergab im Heimspiel der Fußball-Landesklasse eine zweimalige Führung und unterlag am Ende unglücklich mit 2:3 gegen den SSV Besiegdas. In der spielentscheidenden Szene sorgte der ausbleibende Pfiff des Stendaler Unparteiischen Thomas Görges für reichlich Unmut bei den Gastgebern.

Güsen l Ard Schenk war kaum zu beruhigen. Doch nicht nur er war außer sich, auch seine Mitspieler und die Zuschauer verstanden die Welt nicht mehr. Nach einem Zweikampf blieb ein Teamkollege des Güsener Abwehrspielers mit einem Krampf liegen und musste von einem weiteren Germania-Akteur behandelt werden, weil Schiedsrichter Görges weiterspielen ließ. Der SSV nutzte die dadurch entstandene Unordnung und erzielte drei Minuten vor Ultimo den Siegtreffer. Damit rückte der Stendaler nicht unbedingt weiter nach oben in der Beliebtheitsskala der Güsener Anhänger. Schenk war in seiner Entrüstung jedenfalls nicht zu bremsen und sah wegen Meckerns die Ampelkarte.

Die Partie an sich war nicht unbedingt hochklassig. Die Gastgeber begannen zwar durchaus vielversprechend verrannten sich in der Folge aber regelmäßig im dicht gestaffelten Abwehrverbund der Gäste. Die SSV-Elf versuchte es dagegen eher mit weiten, hohen Bällen auf die Flügelspieler, die aber meist abgefangen wurden. So war es eher ein Zufallsprodukt, dass für die zu diesem Zeitpunkt nicht unverdiente Führung der Hausherren sorgte. Josef Bonitz fasste sich in der zehnten Minute an der Strafraumgrenze ein Herz und irgendwie landete der Ball im Netz. Da es Güsen allerdings versäumte weiter Druck zu machen, kam nun auch Besiegdas zu Möglichkeiten. Die erste zwingende Chance erspielten sich die Gäste in der 23. Minute. Viel zu einfach kombinierte sich der SSV durch die Germania-Abwehr. Kevin Wernecke behielt dann vor Andre Meier die Nerven und glich aus. Danach verflachte die Partie. Doch kurz vor der Pause trat Tobias Pohl zum Freistoß aus dem linken Halbfeld an und nachdem der erste Versuch in der Mauer hängen blieb, fand der Nachschuss seinen Weg ins SSV-Gehäuse (43.).

Nach dem Seitenwechsel standen beide Abwehrformationen weitgehend sicher, sodass die Partie weitgehend im Mittelfeld stattfand. Allerdings war den Hausherren die Pause anzumerken. Ihnen schwanden die Kräfte. So kam es in den letzten zehn Minuten aus Güsener Sicht knüppeldick: Erst egalisierte Jan Förster die Führung der Gastgeber und dann verlor Germania auch noch den verbliebenen Zähler.

Torwart-Trainer Uwe Elstner, der Hartmut Kober an der Seitenlinie vertrat, war nach jedenfalls fassungslos: "Dieser Rückschlag im Abstiegskampf ist natürlich sehr bitter. Ich bin enttäuscht vom Schiedsrichter, dass er die Szene nicht unterbrochen und uns zur Behandlung aufs Feld gelassen hat. Viel Zeit zum Verdauen bleibt uns allerdings nicht, im nächsten Spiel geht es wieder um wichtige Punkte."

Germania Güsen: Meier - Schüßler, Huth, Pohl, Lamprecht (87. Brakowski), Schenk, Vormeister, Bonitz (46. Maeße), E. Kopp (78. Krüger), Buchheim, Golz

SSV Besiegdas: Constabel - Ratzel (90. Oeynhausen), Naumann, Hähnge, Wernecke, Backoff, Zappe, Mähnert, Malter (55. Förster), Schröter, Müller

Tore: 1:0 Josef Bonitz (10.), 1:1 Kevin Wernecke (23.), 2:1 Tobias Pohl (43.), 2:2 Jan Förster (80.), 2:3 Eric Backoff (87.); SR: Thomas Görges (Uetz), Heinz Schwarzlose, Marcel Baron; ZS: 33