Gommern (bjr) l Philipp Eckhardt ist dem Schicksal am Sonnabend einmal mehr dankbar gewesen. Dafür, dass es ihn in beheizte Hallen geführt hat: "Zum Glück bin ich Handballer geworden", sagte er im vier Grad Celsius kalten Gommeraner Sportforum und angesichts des schneidenden Windes blieb einem nicht viel anderes als Zustimmung übrig. Später am Abend hätte man Eckhardts Aussage problemlos erweitern können: Zum Glück hat ihn das Schicksal in die Arme des SV Eintracht Gommern getrieben - und damit auf die Seite des Siegers. Angeführt vom mit neun Toren treffsichersten Schützen gewann der SV Eintracht sein Sachsen-Anhalt-Liga-Heimspiel gegen den HV Wernigerode mit 28:24 (13:13).

Vor allem dank einer konzentrierten Vorstellung in der zweiten Halbzeit fuhr der SVE zwei Zähler ein, die mit Blick auf die Tabelle enorm wichtig waren. Vor allem Eckhardt traf nach dem Seitenwechsel "egal aus welcher Position", wie auch sein Trainer Dirk Heinrichs bemerkt hatte. Nach der Pause besorgte der Halblinke erst die 14:13-Führung (31.) und führte später mit 21:17 (49.) seine Sieben in den sicheren Siegeshafen. Aus dem Konzept ließen sich die Gommeraner dabei auch von einer Roten Karte gegen Gordon Kaffenberger, der im Gegenstoß den Weg seines Gegenspieler gekreuzt hatte, nicht bringen (48.). Zuvor wurde bereits der offenkundig mit der Leistung der Unparteiischen unzufriedene Gästetrainer Björn Ahlsleben auf die Tribüne geschickt und man wusste: Hier war ein Team gerade im Begriff, auf die Verliererstraße einzubiegen.

Dass es nicht die Gastgeber waren, schien vor der Pause alles andere als sonnenklar. Im Mittelpunkt stand ein skurrile Anfangsviertelstunde, in der die Eintracht vieles, aber eben nicht das Entscheidende richtig machte. Angefangen bei der 6-0-Abwehr, die einen soliden Job verrichtete, fanden im schnellen Umkehrspiel viele Versuche das Ziel. "Auch im Positionsangriff haben wir geduldig agiert, gute Auftakthandlungen gezeigt und sind in die Lücken gestoßen. Das Problem war, dass wir den Ball nicht im Tor unterbringen", schilderte Heinrichs.

So sah sich sein Team zwischenzeitlich mit 4:8 (12.) im Rückstand, produzierte in den ersten 30 Minuten 13 Fehlwürfe sowie acht technische Fehler und der treffendste Stoßseufzer des Abends stammte daher nicht - sorry - von Philipp Eckhardt, sondern vom Trainer: "Wir können von Glück reden, trotzdem mit einem Unentschieden in die Kabine gegangen zu sein."

Gommern: Hartung, Salm, Sindermann - Eckhardt (9), D. Einwiller (2), Schröder, Schäde (1), Kaffenberger (2), Kaese (2), Herrmann (2), Schmidt (1), Bomke (2), Lindner (7)

Wernigerode: Zimmermann, Wisotzky - Wilke (2), Meißner (2), Hoffmann (8), Nierlein (3), Karan (1), Dieterich, Weist (3), Czaja (8), Csordas

Siebenmeter: SVE 2/2 - HVW 7/3; Zeitstrafen: SVE 3 - HVW 3; Rot: Björn Ahlsleben (47., Meckern; HVW), Gordon Kaffenberger (48., Foulspiel; SVE)