Burg (rte/bjr) l Das Gefühl, das Parkett als Verlierer zu verlassen, mussten die Nordliga-Handballer der SG Fortschritt Burg zuletzt vor fünf Monaten, am 12. Oktober 2014, erfahren. Mit dem damaligen Gegner, dem Magdeburger SV 90, hatten die Ihlestädter folglich ob der 19:21-Niederlage noch eine Rechnung zu begleichen. Gesagt, getan: Am Sonnabend schickten die Burger den MSV mit 26:29 (11:14) zurück in die Landeshauptstadt.

Dass die Gastgeber hoch motiviert waren, war in der Sporthalle am Platz des Friedens von Anfang an sichtbar. Zwar verlief die Startphase im Duell Zweiter gegen Dritter ausgeglichen, doch auf den steten Führungstreffer der Gäste hatten die Burger bis zum 3:3 die passende Antwort parat. Anschließend legte die SG immer wieder ein Tor vor, ehe beim 6:6 letztmalig Gleichstand zwischen beiden Teams bestand. Fortan nahmen die Hausherren das Heft in die Hand. Mit einer sich steigernden Abwehr und Christian Bünger im Tor liefen die schnellen Angriffe jetzt öfter erfolgreich. Folgerichtig enteilten die Gastgeber zum 10:6. In den letzten zehn Minuten des ersten Durchgangs ließ die Konzentration bei den Schützlingen von Trainer Hendrik Kurth etwas nach. Magdeburg verkürzte zum 11:13 und war zurück im Spiel.

Trotz Unterzahl legte der MSV 90 auch zu Beginn der der zweiten Halbzeit nach und verkürzte zum 14:13. Die SG Fortschritt hatte ihr Überzahlspiel bis zu dieser Phase ohnehin nur unzureichend genutzt und dieser Umstand sollte sich bis zum Ende kaum bessern.

Nach dem Anschlusstreffer der Magdeburger waren die Burger aber hellwach und zogen zum 17:13 davon. Im weiteren Verlauf pegelte sich eine Drei-Tore-Führung der SG, die im Stile einer Spitzenmannschaft die Zeit herunterspielte, ein. Über die Stationen 23:20, 25:23 und 28:25 fuhren die Gastgeber einen verdienten 29:26-Sieg ein.

Die "Spitzenreiter"-Rufe, die nach der Schlusssirene durch die Halle hallten, hatten zwar nur 24 Stunden ihre Rechtmäßigkeit, da der HV Lok Stendal am Sonntag in Möckern keine Federn ließ, dennoch war der zehnte Erfolg in Serie ein deutliches Signal. "Wir haben eine ordentliche Leistung gezeigt. Leider konnten wir uns aufgund von Unkonzentration und der Überzahlschwäche nicht entscheidend absetzten. Zum Anfang hatten wir auch Abstimmungsprobleme in der Abwehr, trotzdem sah die ungewohnte 5-1-Deckung schon recht ordentlich aus", resümierte Kurth mit kritischer Zufriedenheit.

Burg: Bünger, Gerlach, Wegner - Katillus, Herrmann (3), Teßmann (9/4), Barkholz (3), Sommerfeld (5), Wöhe, Scholz (3), Weigel, Winkler, Wucherpfennig, Wichmann (6/1)

Siebenmeter: Burg 7/5 - MSV 6/4; Zeitstrafen: Burg 3 - MSV 9; Rot: Winkelmann (3x2Min, MSV)