Gommern/Calbe (bjr) l Um heute Abend die Hegersporthalle in Calbe lächelnd und mit einem guten Gefühl zu verlassen, müssen für die Handballer des SV Eintracht Gommern gar nicht einmal unbedingt zwei Punkte im Gepäck auf der Rückreise stecken. Der Tabellensiebte tritt ab 17 Uhr beim souveränen Spitzenreiter der Sachsen-Anhalt-Liga an und sich seiner Rolle gegenüber der gastgebenden TSG bewusst: "Ich wäre zufrieden, wenn wir den Leuten in der Halle einen schönen Handballabend bieten", formuliert SVE-Coach Dirk Heinrichs bescheiden.

Um die gedämpfte Erwartungshaltung zu verstehen, lohnt es, den Gegner als Gesamtpaket zu betrachten. Auf dem Parkett steht ein seit Jahren eingespieltes und etabliertes Team, das in der Vorsaison noch zwei Ligen über der Eintracht spielte. Dass die TSG auch nach dem Abstieg aus der Mitteldeutschen Oberliga über beachtliche Klasse verfügt, belegen die Zahlen: Calbe vereint die meisten Saisonsiege und erzielten Tore unter allen 14 Teams der Sachsen-Anhalt-Liga auf sich, hat zudem die wenigsten Gegentreffer kassiert. Dass allen voran die Heimstätte einer Festung gleicht, liegt nicht zuletzt an der Kulisse: "Die meisten von uns kennen die Halle in Calbe noch nicht. Daher habe ich im Training versucht, die Spieler darauf einzustellen, was sie erwartet: ein faires, aber beeindruckendes Publikum", lobt Heinrichs, der auf möglichst viele mitreisende SVE-Anhänger hofft.

Stichwort Trainingswoche: Diese verlief aus Eintracht-Sicht alles andere als optimal. Die Dienstagseinheit musste krankheitsbedingt komplett gestrichen werden, auch am Donnerstag fand sich nur eine äußerst überschaubare Belegschaft ein. Die größten personellen Fragezeichen stehen daher heute auch hinter den erkältungsgeplagten Gordon Kaffenberger und Tim Böttcher. Der Gegenseite dürfte es leichter fallen, die Ausfälle von Felix Kralik (krank), Mathias Walter (beruflich) und ihres zweiten Torhüters Daniel Bertram (Urlaub) zu verkraften.

Andererseits wollen die Gommeraner die Partie nicht im Voraus abschenken. Dass auch das Calbenser Spiel Schwankungen unterlegen ist, zeigte sich erst vor Wochenfrist, als sich die TSG bei abstiegsbedrohten Seehäusern mit Mühe und Not vor der Blamage rettete - 26:25. "Die Selbstverständlichkeit des Siegens, die man von Calbe erwartet, ist unsere Chance", sagt Heinrichs - wohlwissend, dass das Lächeln im Fall einer möglichen Überraschung umso strahlender wäre.