Güsen l Falls sich Geschichte wiederholt, täte Kevin Haßbargen heute gut daran, seinen rechten Wurfarm noch intensiver als sonst vorzubereiten: Muskeln, Bänder und Sehnen geschmeidig machen und warm halten, die Gelenke auf die bevorstehende Belastung vorbereiten. Eben so wie er es vermutlich Ende November vergangenen Jahres tat. Seinerzeit wendete er aus Sicht der Verbandsliga-Handballer vom Güsener HC (4.) beim 32:32-Remis gegen die HSG Osterburg mit einem direkt verwandelten Freiwurf die erste Heimniederlage ab. Diese folgte zwar vor vier Wochen gegen Schönebeck (24:35), doch beim heutigen Rückspiel in Osterburg (5.) will sich der GHC keinen weiteren Ausrutscher erlauben.

Nicht nur, dass die HSG mit einem Sieg nach Punkten aufschließen könnte; die Güsener haben ihr Ziel - den Angriff auf Platz drei - noch nicht abgehakt. Wenngleich diesen momentan Eiche Biederitz belegt und das direkte Duell am 11. April wohl eine erste Vorentscheidung liefern dürfte, "schielen wir natürlich alle auf die Tabelle", wie Co-Trainer Thomas Lepper bekennt.

Der Fokus richtet sich aber heute noch nicht auf das Derby in drei Wochen, sondern exklusiv auf Osterburg. Was die Altmärker an guten Tagen leisten können, haben sie mit dem 33:30-Erfolg über eben die SG Lok Schönebeck unter Beweis gestellt. Ihren Ruf als "Wundertüte" bestätigte die HSG jedoch sieben Tage später während der 23:28-Pleite bei Lok Oschersleben. "Die Ergebnisse sprechen dafür, dass bei Osterburg viel über Besetzung und Tagesform geht", schlussfolgert Lepper. Unausgesprochen: Er und der GHC hoffen, die Gastgeber heute auf dem falschen Fuß zu erwischen.

Dazu ist aber anders als im Hinspiel Konzentration über 60 Minuten vonnöten. Schwächephasen sind unerwünscht. Allerdings drücken das Team akute Besetzungsssorgen. Neben den langzeitverletzten Christian Haßbargen und Eric Klewe sind krankheitsbedingt noch einige Personalfragen unbeantwortet. Anders als in der Vorwoche kann der GHC heute auch nicht auf "Leihgaben" aus der dritten Mannschaft bauen, da die Gefahr des Festspielens besteht. Dennoch soll das 35:26 gegen TuS Magdeburg den nötigen Treibstoff in Form von Selbstbewusstsein liefern: "Wenn wir an die Leistung anknüpfen und unsere Chancen konsequent verwerten, dürfen wir zuversichtlich sein."