Seine 68 Höhenmeter lösen bei keinem halbwegs ambitionierten Kletterfreund großes Entzücken aus. Laufsportler sehen im Eichberg bei Schlagenthin hingegen eine reizvolle Herausforderung: seit nunmehr 35 Jahren, traditionell am Ostersonnabend und auch bei der jüngsten Auflage wie gemacht für schnelle Zeiten über zwölf und sechs Kilometer.

Schlagenthin l Irgendeine Form von Kalkül ließ sich Manuela Ziem nicht unterstellen. Als die selbstgewählte "Parchener Laufsocke" am Sonnabend auf die Zielgerade an der Turnhalle einbog, wirkte ihre Überraschung schließlich echt. Zuschauer, Sportler und Organisationsteam - alle waren sie versammelt und bildeten ein Spalier. So erhielt schließlich auch die Genthinerin als Drittplatzierte der Altersklasse W 40 über zwölf Kilometer einen Zieleinlauf wie ein Sieger.

Die in der Vergangenheit oft gelobte familiäre Atmosphäre beim Lauf in Schlagenthin war allerdings nicht alleiniger Grund für das Zeremoniell. Vielmehr war es auch für die Organisatoren vom gastgebenden Lauf- und Triathlonverein Genthin schwierig, den Überblick zu behalten. "Es gab ein paar Probleme bei der Zeitmessung. Daher konnten wir die Siegerehrung nicht in dem gewohnten Rahmen durchführen", bekannte Egbert Siegert, der neben dem Vereinsvorsitzenden Siegfried Hünecke einmal mehr die organisatorischen Fäden in der Hand hielt.

Während der Läufernachwuchs über die Ein- und Zwei-Kilometer-Strecke bereits Urkunden und Applaus erhielt, trudelten vereinzelt noch Starter der langen Strecke ein, genossen eher ungeplant das Bad in der Menge, während der Aushang der Ergebnisse eine Weile auf sich warten ließ.

Vom kurzem Besuch des Fehlerteufels ließen sich die Veranstalter allerdings nicht schocken. Vor allem nicht, wenn man wie Siegert seit den Anfängen des Osterberglaufs vor 35 Jahren jede einzelne Auflage begleitet hat: "Die Abläufe sind routiniert und vor ein paar kleineren Pannen ist man eben nicht gefeit."

Ohne Zwischenfälle auf der Strecke erreichte nach 44:26 Minuten mit Yves Löbel der Sieger über die Doppelrunde das Ziel. Im vergangenen Jahr noch knapp am Podest vorbeigeschrammt, verbesserte der Wahl-Magdeburger seine 2014er Zeit um knapp zwei Minuten und heimste einen überlegenen Sieg über den "langen Kanten" ein. Schnellster Einheimischer war Uwe Neumann von der TSG Grün-Weiß Möser auf Gesamtplatz acht. Unter den sieben weiblichen Startern finishte mit Stefanie Teske passenderweise auch eine Läuferin vom Schlagenthiner Ableger des "Team Fritz" als Erste.

Doppelerfolg durch Paul und Marie Weinmann

Derweil hatte das knapp 100-köpfige Starterfeld über sechs Kilometer nur einmal die abwechslungsreiche Runde zu absolvieren. Nach einer zwei Kilometer langen Flachetappe wartete wie in den Vorjahren eine Cross-Passage durchs Gelände. "Dabei geht es dreimal steil bergauf und -ab. Dieser Teil macht die Strecke erst richtig reizvoll", klärte Siegert auf.

Umso mehr freute sich der Moderator, mit den Geschwistern Paul und Marie Weinmann einen Doppelerfolg des Gastgebervereins über die sechs Kilometer verkünden zu können. "Paul wäre sicher auch die zwölf Kilometer angegangen, hat jedoch in der Organisation mitgeholfen. Mit Blick auf Marie hat man eben gesehen: Wer etwas drauf hat, landet auch ganz vorn."

Ebenda positionierten sich mit Erik Graper und Janes Hering auch zwei Kanuten vom SV Chemie Genthin bei den Kinderläufen über zwei und einen Kilometer. Unter den Mädchen stellte Caroline Tuchen vom PSV Burg einmal mehr ihre Ambitionen, den Altersklassensieg im Elbe-Ohre-Cup zu verteidigen, unter Beweis.

   

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