Langenweddingen/Gommern l Die Handballer des SV Eintracht Gommern kehrten zwar am Sonnabend mit einer 24:31 (11:15)-Niederlage aus Langenweddingen zurück, können aber dennoch viel aus dieser Sachsen-Anhalt-Liga-Partie mitnehmen.

Während bei den Gastgebern eine komplette zweite Garnitur auf der Bank Platz nahm, saß Nicolas Schröder ganz allein auf der SVE-Seite. Mit nur einem Wechselspieler hatten die Ehlestädter die Reise antreten müssen. Mit Stephan Lindner stand lediglich ein Rückraumakteur auf dem Sülzetaler Parkett und musste bereits nach einer Minute schon wieder runter. "Er bekam einen Schlag gegen die Stirn und hat sofot geblutet. Bis wir die Blutung gestoppt bekamen, waren 20 Minuten gespielt", erzählte SVE-Trainer Dirk Heinrichs. Damit musste seine Sieben gleich zu Beginn auf einen wichtigen Spieler verzichten. Doch für Lindner ging es nach einigen Centilitern Blutverlust und mit Turban weiter.

Im Zuge der Möglichkeiten das Beste herausgeholt

Dementsprechend kamen die Gastgeber besser in die Partie, Gommern litt auch aufgrund des frühen Rückschlags unter Startschwierigkeiten. So legte der SVL einen 5:0-Lauf hin, bevor auch die Gäste erstmals trafen. Beim Stand von 5:12 fand dann der SV Eintracht besser in die Begegnung, kämpfte sich bis zur Halbzeit auf vier Tore heran - 11:15. "Mit der ersten Hälfte war ich sehr zufrieden. Natürlich hat man gemerkt, dass gerade mit Philipp Eckhardt und Gordon Kaffenberger in der Abwehr zwei wichtige Säulen fehlen, aber wir haben das im Zuge unserer Möglichkeiten gut gemacht."

Die Gäste versuchten über schnelles Umkehrspiel einfache Treffer zu erzielen. Waren Konter nicht möglich, agierte die SVE-Sieben in einem 4-2-System mit zwei Kreisläufern. Dabei ließen die Gommeraner in Durchgang eins sogar noch weitere Gelegenheiten, den Vorsprung der Gastgeber geringer zu halten, ungenutzt.

Nach der Pause wurde die Partie zusehends kampfbetonter, der SVL kassierte insgesamt sechs Zeitstrafen, Alexander Rohr aufgrund der dritten Hinausstellung die rote Karte. Doch den Gästen fehlte die Kraft, um daraus Kapital zu schlagen. Die letzten Minuten brachen die Ehlestädter ein, sodass die Sülzetaler das Ergebnis auf 31:24 in die Höhe schraubten.

Mit Ertönen der Sirene gingen alle Eintracht-Spieler vollkommen fertig zu Boden. Trotz ihrer Personalnot hatten die Gäste alles gegeben und dem Tabellenzweiten ordentlich Paroli geboten. Darauf war auch Heinrichs mächtig stolz: "Wir haben uns zu keiner Zeit unterkriegen lassen. Jede andere Mannschaft wäre in unserer Situation entweder gar nicht erst angetreten oder mit 20 Toren Differenz untergegangen. Dazu muss man sagen, dass von Stephan Lindner aufgrund seines Trainingsrückstandes konditionell und leistungsmäßig auch keine Wunder zu erwarten waren. Und auch Kevin Bomke hat mit einer Leistenzerrung 60 Minuten durchgespielt."

Langenweddingen: Krüger, Illig - Stark (5), R. Schult, Scheller, Knorr (3), Hohmann (2), Friedrich, Deutscher (3), Heine (3), Rohr (3), S. Schult (8), Friedl (4)

Eintracht Gommern: Hartung, Salm - D. Einwiller (1), Schröder, Böttcher (3), Kaese (5), Herrmann (5), Schmidt (8), Bomke (2), Lindner

Siebenmeter: SVL 3/3- 5/4 SVE; Zeitstrafen: SVL 6 - 3 SVE; Rot: Alexander Rohr (Langenweddingen)