Güsen l Dank einer furiosen zweiten Hälfte setzte sich der SV Germania Güsen nach einem 0:1-Rückstand zur Pause noch deutlich mit 5:1 gegen die Reserve des SV Fortuna Magdeburg durch. Nach einer dürftigen Leistung in der ersten Hälfte nahm die Elf von Trainer Hartmut Kober die Gäste nach Wiederanpfiff mit der Flügelzange auseinander.

Dabei gingen die ersten 45 Minuten eindeutig an die Landeshauptstädter, die die Heim-Elf bereits nach acht Minuten auf dem völlig falschen Fuß erwischten. Christian Schulz traf zur Gästeführung. Die Fortuna-Reserve hätte das Ergebnis bis zur Pause auch durchaus eindeutiger gestalten können, vergab aber kläglich oder traf nur die Latte. Zu unkonzentriert und undiszipliniert agierten die Hausherren, auch die Körpersprache ließ zu wünschen übrig. "Fortuna hat uns stark unter Druck gesetzt, ist besser in die Zweikämpfe gegangen und zeigte einige schnelle Antritte in die Spitze", fasste Kober zusammen.

Was der Germania-Trainer seinen Schützlingen in der Kabine sagte, klingt banal, doch es zeigte die erhoffte Wirkung. "Ich habe gesagt, sie sollen Fußball spielen wie wir es trainieren, also konzentriert die Bälle erobern und dann über Außen spielen." Kaum hatte die zweite Halbzeit begonnen, setzte Christian Vormeister diese Ansage in die Tat um (48.). Mit dem Ausgleich wurden die Güsener bissiger, nahmen die Zweikämpfe an und kamen immer wieder über die Flügel zu Gelegenheiten. Keine vier Minuten später bekam Josef Bonitz den Ball wunderschön von Vormeister in den Lauf gespielt und behielt die Ruhe im Abschluss. Der SV Germania hatte das Spiel gedreht. Doch damit nicht genug, nach einer Ecke köpfte Tobias Pohl zum 3:1 ein (59.). Mit einem Freistoß traf Vormeister nur die Latte, Bonitz machte es in der 79. Minute besser, chippte den Ball aus dem Halbfeld über Fortuna-Torhüter Kai Tübke - 4:1. Der eingewechselte Fritz Golz setzte zwei Minuten vor dem Abpfiff den Schlusspunkt unter eine sehr kurzweilige, in der zweiten Hälfte aber vor allem einseitige Partie. Wieder war es Vormeister, der sich auf rechts durchsetzte und in den Lauf von Golz passte, der sehenswert über Tübke hob.

Obwohl der treffsicherste Güsener viel wirbelte, erklärte Kober einen anderen Spieler zum Matchwinner: "Sebastian Huth war der überragende Mann heute. Er hat die Zweikämpfe gewonnen und mit seinem schnellen Antritt viele Angriffe eingeleitet." Doch der Trainer des SV Germania hatte auch für die übrigen Akteure ein kollektives Lob übrig: "Nach der Pause haben alle gut gearbeitet, sind viel gelaufen und haben sich ihre Chancen schön über die Außen herausgespielt."

Germania Güsen: Meier - T. Lamprecht, Schüßler, Huth, Pohl, F. Lamprecht, Schenk (88. Brakowski), Vormeister, Bonitz (81. Golz), Buchheim, E. Kopp

Fortuna Magdeburg II: Tübke - Rupprecht, Strietz, Schulz, Enge, Röder, Niewand, Eineke, Temp, Brentrop (46. Menzel), Fleischmann

Tore: 0:1 Christian Schulz (8.), 1:1 Christian Vormeister (48.), 2:1 Josef Bonitz (52.), 3:1 Tobias Pohl (59.), 4:1 Josef Bonitz (79.), 5:1 Fritz Golz (88.); SR: David Hoja (Stendal), Maik Sturm, Alexander Wetzel; ZS: 65