Das letzte Saisonheimspiel in der Sachsen-Anhalt-Liga hatte es aus Sicht der Handballer vom SV Eintracht Gommern noch einmal in sich. Im Mittelpunkt standen am Sonnabend eingelöste Versprechen und ein emotionaler Abschied. Wie passend, dass auch das Sportliche beim 29:25 (15:10)-Erfolg über die HSG 2000 Wolfen stimmte.

Gommern l Nicht dass es im Lager des SV Eintracht vorab Befürchtungen gab, das letzte Heimspiel wäre im Nachgang eine eher trockene Veranstaltung geworden. Doch weil Wettschulden auch immer Ehrenschulden sind, stand Steffen Burchhardt am Sonnabend zu seinem Wort. Der Landrat des Jerichower Landes hatte den Gommeraner Handballern im Fall des Klassenerhalts in der Aufstiegssaison eine flüssige Prämie in Form von 4x20 halben Litern versprochen. Im letzten Heimspiel und bei realisiertem Ligaverbleib befreite sich Burchhardt also kurzerhand von der Schuld und überreichte dem Team die versprochenen Flüssignahrung.

Im Nachhinein darf allerdings darüber gestritten werden, ob der Übergabezeitpunkt in der Halbzeitpause eine günstige Wahl war. Denn nach dem Seitenwechsel schienen die Gastgeber zuweilen gedanklich dem kühlen Blonden näher als der Pflicht, eine Fünf-Tore-Halbzeitführung ins Ziel zu bringen. SVE-Trainer Dirk Heinrichs trieb die Vorstellung bereits gegen Ende des ersten Durchgangs Sorgenfalten auf die Stirn: "Wir sind im Energiesparmodus gelaufen und haben nur noch so viel gemacht wie wir unbedingt mussten. Wir waren einfach nicht mehr hungrig genug."

Vom 15:9 (29.), der höchsten Führung im Spiel, ließen gesättigte Eintracht-Handballer nach 52 Minuten nur noch ein mageres 24:22 übrig. Man mag kaum zu Ende denken, hätte die anschließende Auszeit die Wolfener Aufholjagd, die in einem 4:0-Lauf (45.) ihren Höhepunkt fand, nicht unterbrochen. "Wir haben in dieser Phase zu wenig Aufwand betrieben. Das äußerte sich vor allem in überhasteten Abschlüssen", bemängelte der Coach. Doch in den letzten zehn Minuten fing sich seine Sieben. Angeführt von Gordon Kaffenberger, der in der Schlussphase das Visier richtig eingestellt hatte, ließen die Gommeraner den Vorsprung wieder anwachsen und fuhren den verdienten Lohn in Form eines Vier-Tore-Heimsiegs ein.

In der ersten Halbzeit hatte der Rückraum der Gastgeber weniger im Mittelpunkt gestanden "Die suchen immer das Kreisanspiel", sprach Wolfens Torsten Raddatz nicht zu Unrecht warnend gegenüber den Mitspielern aus. Für Gommerns Sven Herrmann war der Sonnabend schließlich kein gewöhnlicher Arbeitstag am gegnerischen Kreis. Das letzte Heimspiel der Saison war zugleich sein letztes Heimspiel überhaupt im blau-gelben Dress. Im Sommer ist offiziell Schluss für den Zwei-Meter-Hünen. "Etliche Spieler hören auf, wenn die Leistung nicht mehr stimmt. Sven hört eben auf, wenn er auf dem Höhepunkt ist", lobte Heinrichs.

Entsprechend stark war das Spiel des SVE nach dem Anwurf auf Herrmann zugeschnitten. Die Auszeichnung als bester Werfer mit acht Toren bestätigte Vermutung sowie Trainerlob. Die Treffer zu den Wegmarken 3:2 (5.), 6:3 (11.) und 10:5 (20.) gebührten dann auch dem 30-Jährigen, so dass selbst von höchster Stelle Anerkennung kam: "Was er dort am Kreis vom Gegner einstecken muss, das grenzt ja an Vollkontakt", staunte Burchhardt.

Der Landrat konnte am Ende ebenso wie der treue Gommeraner Anhang die Halle zufrieden verlassen - nicht jedoch ohne schon die nächste Saisonwette abzugeben: "Nach der Devise `Das zweite Jahr ist immer das schwerere` würde ich dann noch einmal zwei Kisten oben drauf packen."

Gommern: Hartung, Salm -Eckhardt (1), D. Einwiller (3), Schröder, Schäde (1), Böttcher, Kaffenberger (7), Kaese (2), Herrmann (8), Schmidt (2), Bomke (2), Lindner (3), Koch

Wolfen: Eckhardt, Steinfeldt - Wiesigkstrauch (2), Hass, Adam (1), Hanke (4), Baumbach (3), Hildebrandt, Teetzen (2), Raddatz (1), Bernhardt (4), Hermann (5), Topat (3)

Siebenmeter: SVE 2/1 - HSG 3/3; Zeitstrafen: SVE 3 - HSG 5

Bilder