Güsen l Eine bittere 22:26 (15:13)-Heimniederlage musste der Güsener HC am Sonnabend gegen den Post SV Magdeburg in der Handball-Verbandsliga hinnehmen. Bis fünf Minuten vor Schluss sahen die Gastgeber wie der Sieger aus, hatten den Spitzenreiter lange zur Verzweiflung getrieben, doch dann blieb das Post-Gehäuse wie vernagelt und die Landeshauptstädter nahmen die Punkte mit.

Christian und Kevin Haßbargen waren außer sich, Robert Klewe gestikulierte wild in Richtung Schiedsrichter, Trainer Andy Mache war einfach nur fassungslos. Die Gäste dagegen konnten selbst nicht so recht glauben, wie sie diese Partie noch gedreht hatten, waren sie es doch, die noch in der Halbzeit sichtlich um Fassung bemüht waren. Sechs Minuten lang blieb der GHC in der so wichtigen Schlussphase ohne Torerfolg. Die Gäste profitierten dagegen von ihrer Schnelligkeit, hatten mit dem 22:22-Ausgleich und der eigenen 24:22-Führung die Gegenwehr der Güsener gebrochen und schraubten das Ergebnis in den verbliebenen eineinhalb Minuten auf den 26:22-Endstand hoch. Dabei war es die erste Führung, welche die Magdeburger im zweiten Durchgang inne hatten.

Die GHC-Sieben agierte lange souverän und abgeklärt im Angriff. In der Abwehr ließen die Haßbargen und Co. kaum die gefürchteten Konter des Post SV zu, stellten einen hervorragenden Block und auch Andre Teske lief im Tor wieder zur Höchstform auf. Den Paraden des Schlussmannes war es auch zu verdanken, dass die Güsener sich in einer umkämpften ersten Halbzeit, in der die Führung immer wechselte, mit 15:13 zur Pause etwas absetzen konnten.

Und Teske machte nach Wiederbeginn da weiter, wo er zuvor aufgehört hatte. Der Keeper hielt sogar zweite und dritte Nachwürfe. Zwischenzeitlich vergaben die Gäste sogar Tempogegenstöße kläglich, trafen Mitte des zweiten Durchgangs nicht einmal mehr aufs Tor. So setzte sich Güsen völlig verdient mit 20:16 ab (42.). Doch dann stotterte der Motor gewaltig und der Spitzenreiter arbeitete sich wieder heran.

"Es ist ganz einfach: Wer die Treffer vorn nicht erzielt, kassiert sie hinten", wertete Co-Trainer Thomas Lepper aus. "Trotzdem ist es schade. Schließlich führen wir das ganze Spiel über und verlieren. Die Abwehr stand heute sensationell, die gesamte Mannschaft hat eine Top-Leistung gezeigt und ist jetzt völlig platt, hat sich aber leider nicht dafür belohnt."

Güsener HC: Bretschneider, Teske - K. Haßbargen (4), Schirmeister (3), Schulz (1), Prause (1), Lepper, Ch. Haßbargen (8), Seydack, R. Klewe (2), Kampe (3)

Post SV Magdeburg: Preuß, Scheibe - Jordan (5), Schliephake (4), Holst, Hoscher (1), Frank (6), Häberer, M. Dehnhardt, Fischer (4), Ch. Dehnhardt (6), Seel

Siebenmeter: GHC 4/4 - 3/2 Post SV; Zeitstrafen: GHC 2 - 2 Post SV