Aus Sicht des SV Eintracht Gommern haben sich im letzten Saisonspiel der Handball-Sachsen-Anhalt-Liga alle negativen Erwartungen erfüllt: Mit der SG Seehausen wartete ein Gegner, der alles in die Waagschale warf, und mit Kevin Bomke verletzte sich ein SVE-Akteur schwer. Müßig zu erwähnen, dass auch das Sportliche bei der 25:27 (12:14)-Pleite nicht passte.

Seehausen/Gommern (bjr) l Wenn Dennis Einwiller um eine Behandlungspause bittet, ist allen im Lager der Eintracht klar, dass es sich entweder um einen Scherz oder eine ernsthafte Blessur handelt. Zwischenstufen des Schmerzes existieren in der Welt des athletischen Rechtsaußen nicht. Als Einwiller am Sonnabend in der zweiten Halbzeit der SVE-Bank ein Zeichen gab, "haben wir alle gedacht: Oh je, bitte kein ausgerenkter Kiefer", schilderte Trainer Dirk Heinrichs.

Im Fall von Linksaußen Kevin Bomke soll ein MRT-Termin unter der Woche Aufschluss über die Diagnose ergeben. Die Befürchtung: ein Kreuzbandriss im linken Knie.

Als Bomke nach zwölf Minuten gestützt das Parkett verließ, war der Schock bei den Mitspielern offensichtlich. Bis dato hatten die Gäste mit 6:4 vorn gelegen. "Die Angst, selbst eine Verletzung davonzutragen, stand jedem ins Gesicht geschrieben", zeigte Heinrichs Verständnis, appellierte aber zugleich: "Wenn wir nicht dagegenhalten, ist die Gefahr umso größer."

Die Altmärker, die ab dem 8:7 (17.) die Führung übernahmen, agierten in den Augen des Eintracht-Coaches "völlig überdreht". Aber wen wunderte es? Es ging um nicht weniger als den Klassenerhalt, den überraschend der HBC Wittenberg neben Germania Borne nicht erreichte, weil ein Treffer im ausgeglichenen direkten Duell mit der HSG Wolfen fehlte.

Derweil löste sich bei den Gommeranern nach dem Zwei-Tore-Rückstand zur Pause die Schockstarre. In den Zweikämpfen hielt die Eintracht dagegen, haderte aber mit den Abschlüssen und rannte in der zweiten Hälfte stets drei Toren hinterher. Eine Aufholjagd blieb aus - auch, weil die Gäste ab der 53. Minute in doppelter Unterzahl agierten.

Letztlich schmälerte aber weniger das Ergebnis, als die Begleitumstände die Vorfreude auf die Sommerpause. Auch Heinrichs bekannte, dass nun erst einmal andere Dinge als der Handball zählen: "Es bleibt ein fader Beigeschmack. An Kevin Bomke gehen die besten Wünsche nach guter und schneller Genesung."

Gommern: Hartung, Salm - Eckhardt (3), Schmidt (2), Kaffenberger (2), Lindner (3), D. Einwiller (1), Kaese (7/4), Bomke (1), Herrmann (3), Schäde (2), Koch, Schröder