Heyrothsberge (bjr) l Es kann als wahrscheinlich angenommen werden, dass Lars Korte am Samstagabend erst einmal im elektronischen Spielbericht nachschauen musste. Die Frage, wer dem Stürmer des FSV Saxonia Tangermünde im Heimspiel der Fußball-Landesliga das Leben so schwer gemacht hatte, wäre vor einem halben Jahr nämlich nur mit viel Suchaufwand zu beantworten gewesen. Nachdem Martin Peukert zu Beginn der Rückrunde den Sprung aus der zweiten Mannschaft in die erste geschafft hat, ist er hingegen beim SV Union Heyrothsberge mittlerweile kaum mehr wegzudenken. Am Sonnabend, beim 3:2-Erfolg gegen die Hansestädter, war man bei den Unionern entsprechend froh, den Defensivspezialisten in seinen Reihen zu wisssen. "Er hat das sehr, sehr gut gemacht", lobte sein Trainer Torsten Völckel.

Dass ein athletischer und togefährlicher Stürmer wie der Tangermünder Korte seinen Meister im Gegenspieler findet, kommt vor. Das Prädikat "ungewöhnlich" erhielt die Tatsache aber durch zweierlei Umstände: Zum einen agiert Peukert mit seinen gerade einmal 19 Jahren bereits enorm abgeklärt in der Union-Abwehr. Zum anderen wirkt er nicht wie jemand, der am Wochenende überhaupt erst zum siebten Mal von Beginn an im "Haifischbecken" Landesliga geschwommen ist.

Überschaubare Erfahrung hin oder her, Peukert taugt sehr gut als Symbolfigur für den "anderen" SV Union Heyrothsberge: jener, der beim 1:1 in Calbe am 7. März mit dem punktlosen Auswärtsfluch brach; jener, der auch den Spitzenteams aus Burg und Halberstadt Paroli bot; jener, der seinen guten Lauf mit zehn Punkten aus fünf Spielen auch der Tatsache verdankt, dass er auf dem Platz eine gänzlich andere Körpersprache offenbart als noch in der Hinrunde.

Auch dem Trainer blieb der Wandel im Auftreten nicht verborgen: "Wir zeigen uns gefestigter, sind robuster in der Zweikampfführung und erzielen auch mal selbst ein Tor zum richtigen Zeitpunkt. Fast noch wichtiger ist aber, dass wir uns nicht durch allzu viele selbstverschuldete `Klöpse` um den Lohn unserer Arbeit bringen" Aber auch jene Dinge, die dem Außenstehenden zumeist verborgen bleiben, lagen vor wenigen Wochen, als noch die Rote Laterne in der Königsborner Straße hing, ein wenig anders. Etwa der Kabinenton: "Auch wenn es im Tabellenkeller sehr knapp bleibt, reden wir nicht die ganze Zeit vom Abstieg."

Fraglos sorgten der Erfolg in Tangermünde sowie der 2:0-Heimsieg vor Wochenfrist gegen den TuS Schwarz-Weiß Bismark für vorsichtige Entspannung. Von Entwarnung kann dagegen fünf Spieltage vor Saisonende bei nur drei Punkten Vorsprung auf den ersten der beiden Abstiegsplätze nicht die Rede sein. "Diese zwei Siege sollten vor allem ein Signal geben: Dass wir in den noch ausstehenden Begegnungen genauso weitermachen wie zuvor, auch wenn die Gegner ein anderes Kaliber sein dürften. Wer von den Teams dort unten zwei, drei Spiele nicht gewinnt, für den könnte es am Ende knapp werden", fordert Völckel vollste Fokussierung bei seinen Spielern.

Doch in dieser Hinsicht muss man sich vielleicht bei der Abteilung "jung und wild" keine allzu großen Sorgen machen. Neben Peukert spielten zuletzt auch die beiden anderen Youngster - Stammtorhüter Christopher Biegelmeier und Tom Raue - einen grundsoliden Part. Kommenden Gegnern sei ihr Name sicherheitshalber schon einmal verraten.