Beinahe geräuschlos hat sich in den vergangenen Wochen ein Generationswechsel bei den Burger Badmintonspielern vollzogen. Seit den 1960er Jahren im Vorgängerverein - der BSG Fortschritt - aktiv, übergab Eberhard Langer jüngst die Geschicke als Vorsitzender von Badminton Burg an Mathias Tippelt. Im Gespräch mit Sportredakteur Björn Richter blickt der 74-Jährige auf seine Zeit als Aktiver und Vereinsfunktionär zurück und erklärt, warum er sich um den Fortbestand der Sportart in Burg keine Sorgen macht.

Volksstimme: Herr Langer, nach über 50 Jahren im Burger Badmintonsport - langweilen Sie sich schon nach wenigen Wochen in der Rolle des Privatiers?

Eberhard Langer: Nein, absolut nicht. In den ganzen Jahren kam an erster Stelle der Sport, erst dann die Familie. Das ändert sich nun. Es gibt viel nachzuholen. Etwa bleibt jetzt die Zeit, meine Urenkel zu besuchen. Meine Frau Margot und ich haben Verwandschaft in Bonn, Kühlungsborn und im Stuttgarter Raum. Da wird einem die Zeit nicht lang. Zudem bleibe ich dem Verein zumindest in der Rolle als Trainer noch ein wenig erhalten. Und dann wartet zuhause auch ein großer Garten auf mich (lacht).

Gemüsepflanzen und Umgraben spielten an der Mehrzahl Ihrer Wochenenden eine untergeordnete Rolle. Wann haben Sie Ihre schönsten Momente verlebt - als Aktiver oder Vereinsfunktionär?

Ich habe vor allem die Zeit in den 1980er Jahren als die schönste in Erinnerung. Rückblickend kommt es mir vor, als wäre der Zusammenhalt im Verein damals und im Jahrzehnt davor am größten gewesen. Man war häufig den gesamten Tag lang unterwegs, hatte Spaß. Die jährlichen Faschings- und Weihnachtsfeiern waren immer ein besonderes Erlebnis. Nach der politischen Wende 1989 lagen die Interessen der meisten Mitglieder dann aber verständlicherweise woanders.

Kam Ihnen bereits damals der Gedanke ans Aufhören?

Wir standen 1990 plötzlich nur noch mit sieben Mitgliedern in der Abteilung da. Natürlich gab es Momente, in denen man allein in der Halle war und alles hinterfragt hat. Aber glücklichweise ging es in den nächsten drei Jahren wieder aufwärts. Es kamen neue Mitglieder hinzu und wir haben gegen Ende der 90er Jahre mit 110 Aktiven einen Höchststand erreicht.

In der Folge und bis heute pendelte sich der Stand bei rund 90 Mitgliedern ein. Es kam die Zeit der großen Erfolge. Glauben Sie, dass Badminton Burg noch einmal so eine "goldene Ära" wie nach der Jahrtausendwende erlebt?

Dass der Landesmeistertitel wieder dreimal in Folge nach Burg geht, betrachte ich als fraglich. Diese Zeit und diese Spieler waren für uns ein großer Glücksfall. Aktuell trainiere ich mittwochs die Jüngsten im Verein, unter denen sich einige Talente befinden. Ob es gelingt, an erfolgreiche Tage anzuknüpfen, wird die Zeit zeigen. Sagen wir es so: Mein C-Trainerschein ist noch bis 2017 gültig und danach muss ich schauen, wie es mir gesundheitlich geht. Vielleicht erlebe ich ja noch einmal so eine Hochphase des Burger Badmintonsports.

Auf Breitensportebene spielte die Freundschaft zur Burger Partnerstadt Gummersbach stets eine große Rolle. Zuletzt ist es um die sportliche Freundschaft dorthin ruhig geworden. Ist die einst herzlich gepflegte Beziehung erkaltet?

Der letzte gegenseitige Besuch datiert aus dem Jahr 2012. Meines Wissens nach gibt es Verein in Gummersbach auch noch, nur die alten Gesichter im Verein sind verschwunden. Michael Kranz, zu dem es nach wie vor Kontakt gibt, ist dabei exemplarisch zu nennen. Beide Seiten haben sich einmal im Jahr besucht. Aus unserer Sicht war das immer eine große Sache, wenn wir mit zwei Kleinbussen nach Gummersbach aufgebrochen sind. Es wäre sehr schade, wenn diese Freundschaft einschläft, nachdem sie intensiv gepflegt wurde. Soweit ich weiß, gibt es aber Bemühungen seitens der Stadt Burg.

Blicken wir auf Ihre Nachfolger. Was wird sich unter dem neuen Vereinsvorsitz um Mathias Tippelt ändern?

Nachdem meine Frau, die sich zuletzt um die Finanzen des Vereins gekümmert hat, aus Ihrer Funktion scheidet, wird nicht mehr so viel Bargeld im Umlauf sein. Das läuft ja schließlich heute ja alles elektronisch ab (lacht). Nein, im Ernst: Ich habe keine Bedenken, dass sich etwas zum Schlechten wandelt. Natürlich kann ich nicht die Entwicklung vorhersehen, aber mich ruhigen Gewissens verabschieden. Der Verein schreibt keine roten Zahlen, steht also auf gesunden Füßen. Auch, wenn gewisse Dinge ab jetzt anders ablaufen, glaube ich, dass es auch in Zukunft so sein wird.