Magdeburg/Gommern (vwo/bjr) l Mit viel Optimismus ist der SV Eintracht Gommern am Sonnabend zum "Endspiel" um den Ligaverbleib in der Fußball-Landesklasse II zum SV Arminia Magdeburg gereist. Doch nach der tollen Vorstellung der Vorwoche beim 2:0 über den HSV Medizin wurde die Elf von Trainer Thomas Wilke brutal auf den Boden der Tatsachen zurück geholt - 0:5 (0:2).

Im Nachhinein ließ sich von einem kollektiven Totalausfall sprechen. Doch die Frage nach dem "was wäre wenn" stand im Raum, nachdem Christian Steinke bereits in der dritten Minute eine Großchance für die Gäste vergeben hatte. Der SVA suchte anschließend aggressiv die Zweikämpfe. Sichtlich beeindruckt, ließen die Gommeraner Matti Hanso im Mittelfeld schalten und walten. So bediente der Arminia-Kapitän in der zehnten Minute Stürmer Robin Habermann. Konnte SVE-Keeper Andreas Hoffmann zunächst noch parieren, saß der Nachschuss von Marcel Gabbe. Bei drei Gelegenheiten der Gastgeber (29., 31., 34.) hatte die Eintracht noch Glück, doch auch dieses half nicht mehr, als zwei Minuten vor der Pause ein Freistoß der Magdeburger in den Strafraum segelte und gleich sechs Eintracht-Spieler zuschauten, wie Jörg Geier zum 2:0 einköpfte. Zuvor hatte Muja Avdyli das zweite Lebenszeichen der Gäste abgegeben (37.).

Wilke sah in der Pause entsprechenden Handlungsbedarf, brachte mit André Wittpahl und Rückkehrer Enrico Freitag zwei frische Kräfte. Doch nur zwei Minuten nach Wiederbeginn konnten alle Pläne über den Haufen geworfen werden, als ein kapitaler Abwehrfehler das Magdeburger 3:0 durch Hanso begünstigte. Gommern war nun völlig von der Rolle. Erneut zwei Minuten später flog wieder ein langer Ball in den SVE-Strafraum, erneut waren fünf Gegenspieler nur staunende Beobachter, als Geier ein zweites Mal einköpfen durfte (49.).

Justin Schaffrath gab zwar aus spitzem Winkel noch einmal einen Schuss ab (53.), doch fortan sah man von den Gästen lange Zeit nichts. Der Gastgeber verwaltete die klare Führung und zeigte sich noch gnädig: Einige Konterchancen hätten bei besserer Effektivität das Ergebnis weiter in die Höhe getrieben. Der eingewechselte Tilmann Roos verbuchte noch einmal eine gute Gelegenheit, zögerte aber zu lange und vergab die Chance zur Ergebniskosmetik. So warf der SV Arminia im Schlussgang noch einmal den Turbo an. Sebastian Schmidt besorgte vier Minuten vor dem Ende das 5:0:

Anstatt selbst mit einem Auswärtserfolg wieder Tuchfühlung zu den Nichtabstiegsplätzen aufzunehmen, liegt die Eintracht nun wieder drei Zähler zurück. Mehr noch als das nackte Zahlenwerk sorgte der hilflose Auftritt für Rat- und Fassungslosigkeit. Der SVE präsentierte sich wie ein Absteiger und hat in einer Woche mit Spitzenreiter Olvenstedt die denkbar schwerste Aufgabe im Heimspiel vor der Brust.

Gommern: Hoffmann - Weber, Hildebrand, Bea (46. Wittpahl), Simon, Christel (68. Roos), Namshaa, Sindermann, Avdyli (46. Freitag), Steinke, Schaffrath

Tore: 1:0 Marcel Gabbe (10.), 2:0 Jörg Geier (44.), 3:0 Matti Hanso (47.), 4:0 Jörg Geier (49.), 5:0 Sebastian Schmidt (86.); SR: Steffen Wozny (Völpke); ZS: 53